"heute-show" macht "größten Wahnsinn" aus: Tausende Corona-Flüchtlinge stürmen Malle!

Jürgen Winzer
·Lesedauer: 4 Min.
"Der größte Wahnsinn": Deutsche wandern über Ostern komplett nach Mallorca aus. (Bild: ZDF)
"Der größte Wahnsinn": Deutsche wandern über Ostern komplett nach Mallorca aus. (Bild: ZDF)

Auf nach Malle! Während in der Heimat die Unionsparteien in der Krise stecken, wollen die Deutschen nur noch raus. "Auf der Flucht vor ihrer unfähigen Regierung" in Schlepperbananenbooten übers Meer, beobachtete scharfsinnig die "heute-show".

Oliver Welke sah seine "heute-show" (ZDF) in der von Journalisten gefürchteten Aktualitätsfalle. "Während wir aufzeichneten, fand der Impfgipfel statt." Treffsicher spielte Welke den Wahrsager. "Mein Tipp: Mehrere Politiker haben mehr Tempo beim Impfen gefordert." Da lag er nicht so falsch.

Vielleicht hilft ein Hinweis der Satiresendung auch bei der Rettung des Image von Astrazeneca. "Da ist ja kommunikativ alles schiefgelaufen", meinte Welke und konstatierte: "Die Marke ist angeschlagen. Wenn wir nicht aufpassen, landet der Impfstoff im 1-Euro-Laden neben den Fanartikeln von Schalke 04." Lutz van der Horst arbeitete mit dem Markenexperten Dr. Arnd Zschiesche eine Idee aus: Deutsche Vertrauensträger werben um Vertrauen. Die könnten vom FC Bayern München kommen. Van der Horst schlug zu dem Konterfei von Torwart Manuel Neuer den Slogan vor: "Astrazeneca - lass ich rein."

Wegen des - geringen - Risikos von Gehirnvenenthrombosen stand der Impfstoff Astrazeneca in der Kritik. Die "heute-show" warb um Vertrauen. (Bild: ZDF)
Wegen des - geringen - Risikos von Gehirnvenenthrombosen stand der Impfstoff Astrazeneca in der Kritik. Die "heute-show" warb um Vertrauen. (Bild: ZDF)

CDU in Not: "Auf doppeltes SPD-Niveau abgestürzt!"

Vermutlich könnte nicht einmal der beste Imageberater die CDU gerade retten. Nach der Doppel-Wahlpleite im Land vom grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Welke: "Die personifizierte Kehrwoche") und im "Helmut-Kohl-Country" Rheinland-Pfalz sei die CDU nicht nur zur "U30"-Partei verkommen, sondern in einer "tiefen Sinnkrise." Deshalb konnte Welke auch nicht die Ansicht von Bayerns Landes- und CSU-Chef Markus Söder teilen, der von einem "Schlag ins Herz der Union" sprach. Welke: "Das war eher ein Tritt ins Gemächt."

Zum Wahldebakel - nur 24,1 Prozent Stimmen im Ländle, 27,7 Prozent in der Pfalz - komme, dass die Union nach neuesten Umfragen bundesweit auf 29 Prozent und somit dramatisch "auf doppeltes SPD-Niveau" abgestürzt sei. Und das könnte (im Unterschied zu den Regionalwahlen) durchaus etwas mit CDU-Chef Armin Laschet zu tun haben. Von ihm sagen 72,5 Prozent der CDU-Anhänger, dass sie ihn "nicht für den richtigen Kanzlerkandidaten" hielten, so Welke. Möglich, dass das mit der Rolle zu tun habe, die Laschet in der Corona-Krise spielt.

Nette Idee: Unterstützt Manuel Neuer vom FC Bayern die Imagerettung des Impfstoffs Astrazeneca? (Bild: ZDF)
Nette Idee: Unterstützt Manuel Neuer vom FC Bayern die Imagerettung des Impfstoffs Astrazeneca? (Bild: ZDF)

"Kopf hoch, kleine CDU - Opposition ist keine Schande!"

"Mitten in der dritten Welle" halte Laschet in "seinem" Nordrhein-Westfalen am Befehl der Schulöffnung fest, obwohl die Zahlen gerade bei Kindergarten- und Schulkindern stiegen. Den Widerspruch einzelner Kommunen ließ Laschet niederbügeln. Dabei könne die Landesregierung nicht einmal die für eine Schulöffnung dringend empfohlenen Schnelltests sicherstellen, wie sich in Bergisch Gladbach zeigte. Hier spendierte die Feuerwehr Schnelltests für Kinder, weil die Behörden zu langsam waren. Trotzdem kanzelte Laschet den Oberbürgermeister Dortmunds, der die Schulen zum Schutz der Kinder schließen wollte, öffentlich ab. Welke entrüstet: "Ey, Laschet, in deinem Bundesland müssen Schüler bei der Feuerwehr Tests schnorren, und du beschimpfst den Bürgermeister von Dortmund? Gibt's doch nicht."

Angesichts des historischen Tiefs an Wählerstimmen und Imagewerten empfahl Welke der Union einen neuen Weg: den Mut zur Opposition! "Kopf hoch, kleine CDU", meinte Welke, "jede Krise ist eine Chance." Die der CDU liege womöglich in einer Pause. "Opposition ist keine Schande. Wenn du müde bist: einfach mal nen Gang runterschalten."

Oliver Welke fragte in der "heute-show": Was ist mit der Notbremse? Soll die nicht in der Not bremsen? (Bild: ZDF)
Oliver Welke fragte in der "heute-show": Was ist mit der Notbremse? Soll die nicht in der Not bremsen? (Bild: ZDF)

"Achtung, es folgt der Gag des Jahres"

Müde wirke die CDU allemal, wie auch die Bilanz der letzten Jahre zeige. "Bildung, Rentenreform, Digitalisierung - ihr lasst alles nur noch liegen", zählte Welke auf. Markus Söder (CSU) wirkt noch nicht müde. Das fehlende Parteiprogramm der Union hatte er wortreich verargumentiert, was Welke mit "Achtung, es folgt der Gag des Jahres" ankündigte: Laut Söder sei es logisch, dass Oppositionsparteien schneller ein Wahlprogramm vorlegten, um wahrgenommen zu werden. "Regierungsparteien haben ihr Wahlprogramm eine Zeitlang durch ihr erfolgreiches Wirken." Welke lachte sich scheckig. "Oder hat er Würgen statt Wirken gesagt - dann nehm ich alles zurück."

Comedypotenziel bescheinigte Welke auch der "politischen Ampel", die "in Berlin alle wuschig" mache. "Die FDP mit den Grünen und der SPD - bei der Vorstellung implodiert das Kleinhirn."

"Ein Schritt ins Gemächt" nannte Oliver Welke in der "heute-show" das Landtagswahldebakel der CDU. (Bild: ZDF)
"Ein Schritt ins Gemächt" nannte Oliver Welke in der "heute-show" das Landtagswahldebakel der CDU. (Bild: ZDF)

Per Bananenschlauchboot: Deutsche Corona-Flüchtlinge stürmen Mallorca

Die Vorstellung, dass zu Ostern halb Deutschland "nach Mallorca auswandert", machte Welke Sorgen. Dass die Regierung zwar appelliere, unnötige Reisen zu unterlassen, aber "nicht verhindern kann, dass vom Staat gerettete Fluglinien wie TUI und Lufthansa Hunderte von zusätzlichen Flügen nach Malle anbieten", sah Welke als "den größten Wahnsinn".

Spanien sieht die deutsche Welle skeptisch. "TV Mallorca" berichtete von "Tausenden deutschen Corona-Flüchtlingen", die täglich in Palma de Mallorca anlandeten. Aber nicht nur per Flieger: "Auf der Flucht vor ihrer unfähigen Regierung" kämen sie auch gleich in Schlepperbananenbooten übers Meer. König Felipe wurde zwar mit "Wir schaffen das!" zitiert, der Sender aber forderte: "Konsequent abschieben!".

Abgestürzt auf doppeltes SPD-Niveau: die CDU als "U30"-Partei. (Bild: ZDF)
Abgestürzt auf doppeltes SPD-Niveau: die CDU als "U30"-Partei. (Bild: ZDF)