Heute Show: Wahlkampf zum Einschlafen in Nordrhein-Katastrophalen

Screenshot ZDF

Der Wochenrückblick in der der ZDF-Nachrichtensatire “Heute Show” mit Oliver Welke hatte sich an einigen Schwergewichten abzuarbeiten: US-Präsident Trumps überraschende Entscheidung eine syrische Militärbasis anzugreifen oder der immer heftiger geführte Wahlkampf um das Referendum in der Türkei.

Doch während die Show bei den großen Themen nicht wirklich Fahrt aufnimmt, ist es der Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen, bei dem Welke den Nagel auf den Kopf trifft.

Eigentlich, so der Moderator, müsse es hier doch um alles gehen. Das Bundesland ist hoch verschuldet und hat derartige Infrastrukturproblem, dass selbst die Bundeskanzlerin in einer Rede lästerte dort gäbe es: “Staus bis zum Mond.”

Doch statt eines heißen Wahlkampf in “Nordrhein-Katastrophalen”, wie Welke es nennt, schlafen einem bei dem Wahlkampf-Niveau in diesem Jahr eher die Füße ein. Bestes Beispiel: Während einer Rede von Angela Merkel zur Auftaktveranstaltung der CDU langweilt sich ein Zuhörer fast zu Tode. Welke zeigt es im Zeitraffer: Der Mann trinkt, einen Kaffee, dann ein Wasser, dann isst er ein paar Nüsschen, dann noch einen Kaffee, macht ein Foto, dann noch ein Kaffee, noch ein Wasser und als die Kanzlerin endlich schließt, scheint er mehr als erleichtert.

Das beste, was die CDU aufzubieten hat ist gleichsam das Highlight der Sendung: Ein dünnes, bebrilltes Mädchen, das ein Liebesgedicht an NRW vorträgt. “Wer mich jetzt noch fragt, warum ich dich liebe? Den nehme ich mit an den Rhein und zeige ihm den Blick, auch das Siebengebirge, wenn die Sonne es küsst.”

Welke dazu: “Das war aus dem Gedichtzyklus: Die Sonne spiegelt sich im Leergut der Langzeitarbeitslosen von Bottrop.”

Dabei wäre die SPD-Kandidatin Hannelore Kraft durch ihre schlechte Bilanz nach vier Jahren Regierung eigentlich kein ernstzunehmender Gegner. Welke listet auf, was alles schwerer wäre, als sie zu schlagen: “Sich richtig herum auf ein Fahrrad zu setzen. Eine Partie Schach gegen ein Kaninchen gewinnen. Oder: Einen Nagel in ein Pfund zimmerwarme Butter zu schlagen.”

Dass der Schlagabtausch zwischen CDU und SPD trotzdem eher ein Wattebauschwerfen ist, liegt vielleicht aber auch an den “Charisma-Defizit” des CDU-Spitzenkandidaten Armin analysiert Welke.

Zum Beweis zeigt er eine Rede Laschets aus dem Landtag, wo der CDU-Politiker versucht, die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft scharf anzugehen. Dabei wirke er eher wie ein “wütender Hobbit”, so der Moderator. Und tatsächlich: Selbst Hannelore Kraft lacht sich schlapp.

Foto: Screenshot ZDF

 

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