"Hexen hexen": Behindertenaktivisten kritisieren Film mit Anne Hathaway

teleschau
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Weil Anne Hathaway in "Hexen hexen" nur drei Finger an jeder Hand hat, muss sich der Film scharfe Kritik gefallen lassen. Auch die Paralympischen Spiele haben sich zu Wort gemeldet.

Wie stellt man furchterregende Hexen dar, ohne gleichzeitig Menschen mit körperlicher Behinderung zu diskriminieren? So, wie das die Neuverfilmung des Roald-Dahl-Klassikers "Hexen hexen" macht, auf jeden Fall nicht - das finden zumindest Behindertenverbände und -aktivisten.

Stein des Anstoßes ist die von Anne Hathaway gespielte Oberhexe. Sie trägt in dem Film zumeist Handschuhe, um zu verbergen, dass sie nur drei Finger an jeder Hand besitzt. Bei Twitter fragt die britische Paralympics-Sportlerin Amy Marren in Richtung des produzierenden Studios Warner Bros., ob man denn nicht bedacht habe, wie diese Darstellung auf Menschen mit andersartigen Gliedmaßen wirke. Und auf Instagram schreibt die Behindertenrechtsanwältin Shannon Crossland, "Behinderung soll nicht mit Bösem, Abnormalem, Ekel, Angst oder Monstern in Verbindung gebracht werden". Auch der offizielle Twitter-Account der Paralympischen Spiele schaltete sich bereits in die Debatte ein: "Andersartige Gliedmaßen sind nichts Unheimliches. Unterschiede sollten gefeiert werden, und Behinderung muss normalisiert werden."

Warner bezieht Stellung

In einer Stellungnahme gegenüber dem Filmportal "Deadline" teilte Warner mit, man sei "sehr traurig darüber, dass unsere Darstellung von fiktiven Charakteren in 'Hexen hexen' Menschen mit Behinderung verletzen könnte". Man bereue es, Menschen gekränkt zu haben.

"Hexen hexen" von Regisseur Robert Zemeckis basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Roald Dahl. Buch und Film (Kinostart in Deutschland war wenige Tage vor der erneuten Schließung der Kinos) handeln von einem kleinen Jungen, der zusammen mit seiner Großmutter in einem Luxushotel auf eine Gruppe Hexen trifft, die dort auf einem Geheimkongress beschließen, alle Kinder in Mäuse verwandeln zu wollen. Bereits 1990 verfilmte Nicolas Roeg die Romanvorlage.