Hilferuf auf Zettel: Kinder retten ihre Mutter

Moritz Piehler
·Freier Autor
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Beim Schulbusfahrer suchten die Kinder der Frau Hilfe und fanden sie zum Glück. (Symbolbild: Getty)
Beim Schulbusfahrer suchten die Kinder der Frau Hilfe und fanden sie zum Glück. (Symbolbild: Getty)

Eine Frau, die von ihrem Partner schwer misshandelt wurde, schickte ihre Kinder mit einem Zettel auf die Suche nach Hilfe. Und die beiden fanden sie auf dem Weg zur Schule.

Las Cruces ist mit seinen knapp 100.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des US-Bundesstaates New Mexico. Durch seine Nähe zur mexikanischen Grenze hat die örtliche Polizei oft mit illegalen Grenzübertritten zu tun, irgendwann soll auch der berüchtigte Outlaw Billy the Kid in der Stadt gelebt haben. Doch in diesem Fall waren es ganz besondere Helden, die sich gegen ein Unrecht wehrten.

Die beiden Schulkinder wandten sich mit einer Nachricht an den Busfahrer ihres Schulbusses. Auf dem Zettel war ein Hilferuf ihrer Mutter aufgeschrieben. Ihr Partner hatte sie attackiert und die gesamte Nacht hindurch vor den Kindern geschlagen und misshandelt. Der Busfahrer erkannte den Hilferuf sofort als dringend und informierte umgehend die zuständige Polizeibehörde.

Gewalt und Morddrohungen 

Die Streifenbeamten trafen die Mutter der Kinder mit zahlreichen Schnitten, Hämatomen und Schürfwunden in ihrem Haus in der Inca Avenue an. Der mutmaßliche Täter wurde am gleichen Tag wenig später festgenommen und zur Befragung mitgenommen. Der 40-Jährige soll seine Freundin im Laufe der Nacht mehrfach gewürgt haben und ihr ein Kissen aufs Gesicht gedrückt haben. Dazu habe er gedroht, sie umzubringen, wie die Polizei von Las Cruces in einem Facebook-Post zu dem Vorfall berichtete. Er entriss ihr auch das Handy, so dass sie keine Hilfe rufen konnte. Ihr einziger Ausweg war deshalb, die Kinder mit dem heimlich per Hand geschriebenen Zettel los zu schicken und zu hoffen, dass sie einen hilfreichen Erwachsenen antreffen würden. Der mutmaßliche Täter wird nun im Dona Ana County Detention Center festgehalten.

In den Kommentaren zu dem Facebook-Post meldete sich sogar eine ehemalige Schulkameradin des gewalttätigen Mannes zu Wort. "Ich bin mit ihm aufgewachsen," schrieb sie. "Er ist weit von dem Kind entfernt, mit dem ich damals Fahrrad gefahren bin." Ihr Rat an die Frau: "Mama, falls du diesen Kommentar liest, kehr nicht zurück. Missbrauch wird schlimmer, nicht besser. Pass auf dich auf." Alleine im Jahr 2018, zu dem Statistiken vorliegen, wurden in den USA 1.964 Frauen durch Männer getötet. Das entspricht mehr als fünf weiblichen Mordopfern pro Tag.

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