Hilfsorganisationen wollen durch Klage Behandlung von Hepatitis C verbilligen

Mit einer neuen Patentklage gegen den US-Pharmagiganten Gilead Sciences wollen Hilfsorganisationen die exorbitanten Kosten für die Behandlung von Hepatitis C senken. Eine Gruppe von 30 Organisationen aus 17 Ländern legte am Montag Klage beim Europäischen Patentamt in München ein, um dem Unternehmen das Patent für das Hepatitis-C-Medikament Sofosbuvir entziehen zu lassen.

In Europa verlangt Gilead Sciences für eine zwölfwöchige Behandlung mit dem Präparat laut Ärzte ohne Grenzen bis zu 55.000 Euro. In den USA kostete die Behandlung demnach anfänglich 84.000 Dollar (77.800 Euro) - also 1000 Dollar pro Pille.

Ärzte ohne Grenze zitierte Studien, wonach die Herstellung einer Pille nur einen Dollar koste. Sollte Gilead Sciences das Patent verlieren, könnten andere Pharma-Unternehmen billige Generikapräparate zum Verkauf bringen.

Die Kläger argumentieren, die wissenschaftlichen Verfahren hinter Sofosbuvir seien nicht neu, beruhten auch auf Erkenntnissen anderer öffentlicher und privater Forschungen und rechtfertigten deshalb kein exklusives Patent von Gilead Sciences.

"Sofosbuvir ist so teuer, dass Millionen Menschen mit Hepatits C derzeit nicht mit dem Medikament behandelt werden können", kritisierte der Hepatitis-C-Experte von Ärzte ohne Grenzen, Isaac Chikwanha.

Sofosbuvir hat die Heilungschancen für Hepatitis C massiv verbessert, sie liegen bei 90 Prozent. Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind rund 120 bis 150 Millionen Menschen mit dem Leber-Virus infiziert, jedes Jahr sterben rund 700.000 Menschen daran. Der Virus wird über Blut - etwa über infizierte Nadeln - übertragen und verursacht bei bis zu 30 Prozent der Betroffenen Leberzirrhose.

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