Hilfsprojekt: Berlins S-Bahn will Obdachlose nicht mehr einfach verweisen

S-Bahn startet Hilfsprojekt für Obdachlose, die Zuflucht in den Zügen suchen. Partner ist die Stadtmission.

Welcher Fahrgast der Berliner S-Bahn kennt diese Situation nicht: Mitten im Berufsverkehr fährt ein Zug ein – völlig überfüllt, nur ein Wagen ist menschenleer. Der Grund offenbart sich gleich nach dem Einsteigen. Auf einer der Bänke kauert eine Menschengestalt, umhüllt von Alkoholdunst und anderen strengen Gerüchen. Die meisten Reisenden ergreifen trotz des Platzmangels im Zug umgehend die Flucht. Alle übrigen sehen sich in einer Situation völliger Hilflosigkeit, wie sie denn auf das "Häufchen Elend" dort in der Ecke nun reagieren sollen.

Auch die S-Bahn Berlin war lange Zeit ratlos, wie sie mit den von Fahrgästen zunehmend beklagten Zuständen umgehen soll. Rechtlich formal erscheint alles klar: Reisende, die andere Fahrgäste extrem belästigen, können von der Beförderung ausgeschlossen und vor die Tür gesetzt werden. Doch die Erfahrung zeigt: Dem Problem, dass obdachlose Menschen in Zügen und Bahnhöfen Schutz vor Kälte und Nässe oder einfach nur ihre Ruhe suchen, ist damit dauerhaft nicht beizukommen.

Nun geht die S-Bahn neue Wege. Die Bahntochter hat jetzt gemeinsam mit der Stadtmission der evangelischen Kirche ein Hilfsprojekt gestartet. Zunächst befristet für ein Jahr kümmern sich zwei Mitarbeiter der Stadtmission als "mobile Einzelfallhelfer" um die Gestrandeten. Koordiniert wird das Projekt von Dieter Puhl, dem Leiter der Bahnhofsmission am Bahnhof Zoologischer Garten. Der erfahrene Sozialarbeiter begrüßt die Initiative der S-Bahn. "Deren Mitarbeiter, aber auch Polizisten ...

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