Hilft Nordoreas Kim Jong-un im Ukraine-Krieg Putin mit 100.000 Soldaten?

Hilft Nordoreas Kim Jong-un im Ukraine-Krieg Putin mit 100.000 Soldaten?

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat über diplomatische Kanäle Russland 100.000 Soldaten für den Krieg in der Ukraine angeboten. Das berichtet die britische Daily Mail unter Berufung auf die russische Agentur Regnum. Im Gegenzug sollte das wirtschaftlich angeschlagene Nordkorea Getreide und Energie aus Russland bekommen.

Im staatlichen russischen TV Rossiya 1 sagte der Verteidigungsexperte, Oberst der Reserve Igor Korotschenko: "Wir sollten uns nicht scheuen, die Hilfe, die Kim Jong-Un uns anbietet, anzunehmen."

Seit Monaten heißt es, Russland fehle es an motivierten Truppen, um die Offensiven im Osten der Ukraine wie vom Kreml geplant durchzuführen. Die teils mit russischen oder noch mit sowjetischen Waffen ausgerüstete Armee Nordkoreas dagegen gehört mit etwa 1,2 Millionen Soldaten und Soldatinnen zu den größten der Welt, was die Zahl der Truppen betrifft. Westlichen Verteidigungsexperten zufolge ist Kim Jong Uns Militär allerdings marode, häufig fehlt es wohl auch an genügend Lebensmitteln. Nur die Raketen- und die eigentlich durch internationale Sanktionen verbotene Atomtechnik Nordkoreas gelten als kokurrenzfähig, so hat Pjöngjang die Kurzstreckerakete Hwasong-5 an den Iran verkauft.

Den Berichten zufolge könnten die Soldaten aus Nordkorea direkt im Donbas in den Separtatistengebieten Donezk und Luhansk stationiert werden. Pjöngjang hat die von Moskau im Februar als unabhängige Staaten erklärten "Republiken" im Osten der Ukraine als Länder anerkannt.

Die "Freiwilligen" aus Nordkorea sollten nicht nur beim Wiederaufbau zerstörter Städte helfen, sondern auch an der Seite Russlands kämpfen, erklärte der Militärexperte.

Oberst Korotschenko lobte im russischen TV das Angebot aus Nordkorea: "Wenn nordkoreanische Freiwillige mit ihren Artilleriesystemen, ihren vielfältigen Erfahrungen und ihren großkalibrigen Mehrfachraketen, die in Nordkorea hergestellt werden, an dem Konflikt teilnehmen wollen, dann sollten wir ihrem Angebot grünes Licht geben."

Anfang März hatten bei der UN-Vollversammlung 141 Staaten Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine verurteilt. 35 Staaten enthielten sich bei der Abstimmung. Mit Russland gegen den Beschluss stimmten nur  Belarus, Eritrea, Syrien und Nordkorea.

Einer der Mitarbeiter des ukrainischen Präsidenten, der Russlands Präsidenten wegen des Kriegs vor ein internationales Gericht stellen will, erklärte gegenüber dem SPIEGEL: "Wenn Putin nur noch nach Nordkorea und Syrien reisen kann, ist das Ziel erreicht."

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