Himmlischer Beistand aus Österreich: Nora Waldstätten über ihre Rolle in "The New Pope"

Seit 20. Februar gibt es auf Sky wieder Irrungen, Wirrungen und Skandale aus dem Vatikan: In “The New Pope” löst John Malkovich den komatösen “Young Pope” Jude Law ab. Keine leichte Aufgabe, wie er schnell feststellen muss. Und als gäbe es nicht schon genug Chaos im Kirchenstaat, mischt Nora Waldstätten als rebellische Nonne Lisette das Geschehen gehörig auf.

Nora Waldstätten als rebellische Nonne Lisette in "The New Pope". (Bild: Sky Deutschland)

Für die Österreicherin eine tolle Erfahrung. Nicht nur, weil sie mit der Sky-Serie internationalen Boden betritt. Sondern auch, weil sie bei den Dreharbeiten Hollywood-Star Jude Law über die Schulter gucken durfte.

”The New Pope“: John Malkovich tritt in große Fußstapfen

Die Arbeit mit dem Briten bezeichnet sie im Interview mit der “Bild”-Zeitung als “inspirierend”. “Er ist ein so beeindruckender Schauspieler! Was er da spielt, ist wirklich enorm. Es war eine große Ehre, mit ihm drehen zu dürfen”, sagt Waldstätten.

Waldstättens Plan: Eine Schweigewoche im Kloster

Laws lasterhafter Papst Pius XIII. wirft aus dem Koma einen dunklen Schatten über das Pontifikat seines Nachfolgers Papst Johannes III. (Malkovich). Doch auch ohne ihn geht es im Vatikan alles andere als gottgefällig zu. Auf das neue Oberhaupt warten diverse Querelen und Versuchungen. Nicht nur in Form von Sharon Stone, die sich selbst spielt und dem Papst einen astreinen “Basic Instinct”-Moment bereitet, sondern auch durch Nonnen mit Vorliebe für High Heels. Dass die irgendwann einen Aufstand anzetteln, geht auf Nora Waldstättens Figur Lisette zurück.

Schwester Lisette betet nicht nur für mehr Gleichberechtigung - sie kämpft auch dafür. (Bild: Sky Deutschland)

Keine typische Ordensschwester also, die Waldstätten hier spielt, sondern “eine rebellische Nonne, die für Gleichberechtigung und Gerechtigkeit aufsteht.” Sie selbst sei nicht religiös, wie sie der “Bild” verrät. Um sich auf die Rolle vorzubereiten, wollte sie jedoch den Kontakt zur Kirche suchen. “Ich wollte eigentlich ins Kloster gehen und dort eine Woche lang schweigen, mein Handy zu Hause lassen.”

Dazwischen kam zwar keine göttliche Fügung, sondern einfach der Drehplan, der sie schon früher als geplant nach Italien bestellte.

Adel verpflichtet nicht auf Dauer

Dabei gehört es für die gebürtige Wienerin und Wahlberlinerin dazu, sich minutiös auf jeden Job vorzubereiten. Vor jedem Film füllt sie diverse Notizbücher zu ihrer Rolle, wie sie der “Süddeutschen Zeitung” einmal sagte.

Der Jüngste, der Älteste, die Mordopfer: Das Amt des Papstes in Zahlen

Bis vor wenigen Jahren spielte sie die übrigens noch unter ihrem Künstlernamen Nora von Waldstätten. Den Adelszusatz hat sie mittlerweile abgelegt - dabei entstammt die Urenkelin des Generals Egon Freiherr von Waldstätten tatsächlich einem alten österreichischen Adelsgeschlecht. Bis heute kann die Presse nicht anders, als sich die Bezeichnung “Baronesse” auf der Zunge zergehen zu lassen.

Geboren ist sie in Wien, doch ihre Wahlheimat ist Berlin: Nora Waldstätten auf der Berlinale 2020. (Bild: Isa Foltin/Getty Images)

Ob Adel oder nicht: Waldstättens Herz gehörte von klein auf der Kunst. Ballerina war lange Zeit ihr Berufswunsch, doch größeres Talent hatte sie für das Schauspiel, wie sie als Teenagerin feststellte. Der Erfolg zeigt, dass sie die richtige Wahl getroffen hat. Waldstätten begeistert sowohl in Kinofilmen wie “Grießnockerlaffäre” als auch in Krimi-Reihen wie “Die Toten vom Bodensee”.

Und jetzt darf sie ihr Können auch in einer internationalen Serien-Produktion unter Beweis stellen. Neue Folgen von "The New Pope" sind immer donnerstags ab 20.15 Uhr auf Sky Atlantic HD sowie auf Sky Go, Sky Q und Sky Ticket zu sehen.