Hinrichtung von vier Vergewaltigern in Indien um zehn Tage verschoben

Die Hinrichtung von vier Männern, die wegen der brutalen Gruppenvergewaltigung einer indischen Studentin in Neu Delhi vor gut sieben Jahren zum Tode verurteilt wurden, ist um zehn Tage verschoben worden. Ein Gericht in Neu Delhi verschob die Vollstreckung der Todesstrafe am Freitag vom 22. Januar auf den 1. Februar. Damit soll den vier verurteilten Männer mehr Zeit für einen letzten Einspruchversuch gegeben werden.

Die 23-jährige Studentin Jyoti Singh war im Dezember 2012 in der indischen Hauptstadt überfallen worden, als sie mit dem Bus fuhr. Fünf Männer und ein Jugendlicher vergewaltigten die junge Frau und verwendeten dafür unter anderem eine Metallstange. 13 Tage später starb Singh an ihren schweren inneren Verletzungen. Zuvor war sie jedoch noch in der Lage gewesen, ihre Angreifer zu identifizieren.

Nach einem siebenmonatigen Prozess wurden vier der Vergewaltiger wegen Mordes, Gruppenvergewaltigung, Diebstahls, Verschwörung und "unnatürlicher Taten" zum Tode verurteilt. Der Richter machte geltend, die tödliche Gruppenvergewaltigung falle in die "seltenste der seltenen Kategorien" von Verbrechen, die die Verhängung der Todesstrafe rechtfertigten.

Ursprünglich saßen alle sechs an der Tat beteiligten Männer in Haft. Der mutmaßliche Anführer der Gruppe wurde jedoch tot in seiner Gefängniszelle gefunden, er soll Suizid begangen haben. Der beteiligte 17-Jährige wurde zu drei Jahren in einer Haftanstalt verurteilt und bereits 2015 wieder freigelassen.

Die Tat hatte im In- und Ausland für Entsetzen gesorgt. In ganz Indien demonstrierten zehntausende Menschen gegen sexuelle Gewalt. Die Regierung reagierte mit einer Verschärfung der Strafen für sexuelle Übergriffe, unter dem Druck der Öffentlichkeit führte sie die Todesstrafe für bestimmte Vergewaltigungsfälle ein.