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Hisbollah wirft Israel Ausweitung seiner Angriffe im Libanon vor

Bei israelischen Angriffen im Libanon sind nach Angaben der Hisbollah zwei Kämpfer der Miliz getötet worden. Hisbollah-Vizechef Naim Kassem drohte mit Vergeltung. (Hassan JARRAH)
Bei israelischen Angriffen im Libanon sind nach Angaben der Hisbollah zwei Kämpfer der Miliz getötet worden. Hisbollah-Vizechef Naim Kassem drohte mit Vergeltung. (Hassan JARRAH)

Bei israelischen Angriffen im Libanon sind nach Angaben der Hisbollah zwei Kämpfer der Miliz getötet worden. Hisbollah-Vizechef Naim Kassem drohte am Sonntag mit Vergeltung. Er warf der israelischen Armee vor, ihre Angriffe im Libanon auszuweiten.

Parallel zum Krieg zwischen Israel und der Hamas gibt es immer wieder auch gegenseitigen Beschuss zwischen Israels Armee und der Hisbollah im Libanon, was die Furcht vor einem Flächenbrand im Nahen Osten nährt. Die Hisbollah ist mit der militanten Palästinenserorganisation Hamas verbündet.

Hisbollah-Vizechef Kassem machte keine Angaben dazu, wo die zwei Kämpfer seiner Organisation getötet wurden. Er warf den israelischen Streitkräften jedoch vor, ihre Angriffe "gegen Zivilisten" auf die Region Baalbek, auf die Bekaa-Ebene und andere Gebiete auszuweiten.

Zuvor war aus Sicherheitskreisen verlautet, dass israelische Kampfjets am Sonntag ein Fahrzeug im nahe der Grenze zu Syrien gelegenen Gebiet von Suairi in der Bekaa-Ebene attackiert hätten. Dabei sei der syrische Fahrer getötet worden. Die libanesische Nachrichtenagentur ANI meldete, das angegriffene Fahrzeug gehöre dem Besitzer eines Supermarkts, der getötete Fahrer habe Lebensmittel ausgeliefert.

Die israelische Armee hatte ihrerseits zuvor mitgeteilt, in der Nacht zum Sonntag zwei Lufteinsätze in der  östlichen Region Baalbek tief im Inneren des Libanon ausgeführt zu haben. Unter anderem hätten Kampfjets eine Produktionsanlage nahe der Stadt Baalbek beschossen, in der sich Waffen befunden hätten. Dabei seien vier Menschen verletzt worden.

Bei den Verletzten handelt es sich nach Informationen eines Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP um Bewohner umliegender Gebäude. Wie der AFP-Reporter berichtete, wurde das von der israelischen Luftwaffe getroffene zweistöckige Gebäude in Al-Osseira nahe Baalbek von der Hisbollah genutzt, war jedoch seit einiger Zeit verlassen.

Die Hisbollah erklärte später, sie habe "als Vergeltung" für das "Bombardement" in der Region Baalbek knapp eine Stunde später mehr als 60 Katjuscha-Raketen auf zwei israelische Militärstellungen auf den israelisch besetzten Golanhöhen abgefeuert. Ins Visier genommen habe sie einen Stützpunkt und eine Kaserne, die als Sitz der israelischen Luftverteidigung diene.

Die israelische Armee stellte nach eigenen Angaben "rund 50 Raketenabschüsse" aus dem Libanon in Richtung des Nordens von Israel fest. Die Armee habe mehrere der Geschosse abgefangen, die israelische Luftwaffe habe mehrere Abschussvorrichtungen angegriffen. Die Armee machte keine Angaben zu Opfern oder Schäden.

Sowohl die Hisbollah als auch die Hamas werden vom Iran unterstützt. Zu Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober startete die Hisbollah mit fast täglichem Beschuss israelischen Gebiets.

Im Februar flog Israel dann erstmals seit Oktober Angriffe gegen Hisbollah-Ziele in der Region Baalbek, die rund hundert Kilometer nördlich der Grenze zu Israel liegt. Die israelischen Angriffe in der Nacht zum Sonntag waren die dritten in dieser Region seit Beginn des Gaza-Kriegs.

Die Hisbollah hat wiederholt erklärt, dass sie ihre Angriffe gegen Israel erst einstellen werde, wenn es eine Waffenruhe im Gazastreifen gibt. Der israelische Verteidigungsminister Joav Gallant betonte jedoch im Februar, dass eine mögliche Waffenruhe mit der Hamas nichts am Ziel Israels ändern würde, die Hisbollah mit Gewalt oder mit diplomatischen Mitteln aus dem Süden des Libanon zu drängen.

Der Krieg im Gazastreifen war durch den brutalen Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober ausgelöst worden, bei dem nach israelischen Angaben etwa 1160 Menschen getötet sowie rund 250 als Geiseln verschleppt wurden. Israel geht seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, bisher mehr als 32.200 Menschen getötet.

dja/jes