Ex-Premier und Cricket-Star gewinnen Mandate in Pakistan

Parlamentswahl von Anschlägen überschattet

Bei den Parlamentswahlen in Pakistan haben Ex-Regierungschef Nawaz Sharif und der ehemalige Cricket-Star Imran Khan Direktmandate gewonnen. Dies geht aus ersten Teilergebnissen hervor. Wegen der langen Schlangen vor den Wahllokalen waren diese länger als geplant geöffnet gewesen. Bei Anschlägen am Wahltag starben landesweit mindestens 24 Menschen.

Beste Aussichten auf einen Wahlsieg hat Umfragen zufolge die Pakistanische Muslimliga (PML-N) des zweimaligen ehemaligen Regierungschefs Sharif. Der Chef der Mitte-rechts-Partei erzielte ein Direkmandat in Sargodha.

Khan, der für Reformen und ein Ende der Korruption eintritt, bekam ein Direktmandat in Peshawar. Seine Pakistanische Gerechtigkeitsbewegung (PTI) könnte es landesweit auf den zweiten Platz schaffen. Die PTI würde damit die bisher regierende Pakistanische Volkspartei (PPP) des Präsidenten Asif Ali Zardari, Witwer der im Jahr 2007 ermordeten Premierministerin Benazir Bhutto, auf den dritten Rang verweisen. Neben PML-N, PPP und PTI traten noch eine Vielzahl an säkularen sowie islamistischen Parteien an.

Die Beteiligung an der Abstimmung über den ersten demokratischen Machtwechsel nach einer vollen Amtszeit lag laut einem Sprecher der Wahlkomission am Abend bei mehr als 50 Prozent und könnte auf bis zu 60 Prozent steigen.

"Es gibt einen starken Andrang, die Beteiligung ist nach unserem Eindruck höher als beim letzten Mal", sagte der CDU-Europaabgeordnete Michael Gahler aus Islamabad der Nachrichtenagentur AFP. "Die Drohungen der Extremisten scheinen in Islamabad keine Wirkung zu entfalten." Die Menschen hätten einen großen Wunsch nach Veränderung. "Sie nehmen immer wieder das Wort 'Change' (Wandel) in den Mund."

In diesem Jahr wird zum ersten Mal seit der Unabhängigkeit 1947 eine Regierung nach dem Ende ihrer Amtszeit durch eine gewählte Nachfolgerin abgelöst. 272 der insgesamt 342 Parlamentssitze werden neu vergeben.

Zur tödlichsten Attacke am Wahltag bekannten sich die Taliban, die eine Gewaltserie gegen die "unislamische" Wahl angedroht hatten. Bei dem Bombenanschlag auf einen Kandidaten der säkularen Partei ANP in der Hafenmetropole Karachi wurden nach offiziellen Angaben elf Menschen getötet und etwa 40 weitere verletzt.

Überschattet wurde die Wahl nicht nur von Gewalt, sondern auch von Manipulationsvorwürfen. Die islamistische Partei Jammat-e-Islami (JI) beschloss deswegen, die Wahl in Karachi und einer weiteren Stadt zu boykottieren.

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