Hollande kündigt in Mali Fortsetzung des Militäreinsatzes an

Paris/Timbuktu (dapd). Mali kann weiter auf die Unterstützung Frankreichs im Kampf gegen die islamistischen Aufständischen zählen. Das ist die Botschaft, die der französische Präsident François Hollande am Samstag bei seinem Besuch in dem westafrikanischen Land aussandte. "Der Kampf ist noch nicht zu Ende", sagte Hollande in einer im Fernsehen übertragenen Rede in Timbuktu, wo er begeistert empfangen wurde.

Frankreich hatte vor drei Wochen seinen Mali-Einsatz begonnen. Für die EU-Trainingsmission, die die malischen Streitkräfte künftig schulen soll, will die Bundesregierung rund 40 Bundeswehrsoldaten schicken.

Der malischen Führung gehe es darum, das gesamte Staatsgebiet wieder zu kontrollieren, sagte Hollande vor französischen Soldaten am Flughafen von Timbuktu. "Wir werden an ihrer Seite sein, um die Mission im Norden zu beenden". Frankreich, die frühere Kolonialmacht Malis, sei allerdings nicht dazu berufen, dauerhaft im Land zu bleiben. Nach ihrem Rückzug aus den Städten werden die Islamisten im Grenzgebiet zu Algerien vermutet.

Timbuktu, das zehn Monate lang unter der Herrschaft der Islamisten stand, feierte Hollande als "Befreier". Tausende jubelten dem Präsidenten französischen Fernsehberichten zufolge bei einem Bad in der Menge zu. Der Sozialist sprach danach von einem "außergewöhnlichen Empfang" mit Freudenschreien und Freudentränen. Eine Frau in weißem Kopftuch trotzte den strengen Sicherheitsvorkehrungen und warf sich dem Präsidenten an den Hals.

Dank an Soldaten

Der Empfang gelte nicht ihm persönlich, sondern den Soldaten, sagte Hollande, "denn ihr habt diese Befreiung ermöglicht". Frankreich hat derzeit rund 3.500 Soldaten in Mali im Einsatz, denen der Staatschef dankte. Gut tausend weitere unterstützen die "Operation Serval" aus anderen Ländern.

Die Bundeswehr will für die geplante EU-Ausbildungsmission der malischen Streitkräfte rund 40 Soldaten schicken. Sie könnten schon ab März mit der Mission in Mali beginnen, sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Deutschland hatte den französischen Militäreinsatz in Mali mit Transall-Transportmaschinen unterstützt. Daneben ist künftig auch Hilfe bei der Luftbetankung französischer Jets geplant. Einen Kampfeinsatz lehnte die Bundesregierung wie andere europäische Länder ab.

Besuch in Moschee und Bibliothek von Timbuktu

Der malische Übergangspräsident Diondounda Traoré bedankte sich für die französische Unterstützung im Kampf gegen die Islamisten: "Danke Präsident François Hollande, danke Frankreich". Traoré hatte den französischen Staatschef in Timbuktu in die Djingareyber-Moschee und das von den Islamisten vor ihrem Rückzug verwüstete Ahmed-Baba-Institut begleitet. Dort hatten ihm die Verantwortlichen die historischen Manuskripte gezeigt, die zum Welterbe der UNESCO gehören. Der Präsident bekam auch die verbrannten Überreste der alten Schriften zu sehen, die die Islamisten vor ihrem Rückzug angezündet hatten.

Französische und malische Truppen hatten erst am Montag die Kontrolle über Timbuktu übernommen. Daneben kontrollieren Franzosen und Malier auch Gao und Kidal wieder, die anderen Hochburgen der Islamisten im Norden,

Außenminister Laurent Fabius, Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian und Entwicklungsminister Pascal Canfin begleiteten Hollande. Am Nachmittag sollte der Staatschef in der Hauptstadt Bamako eine Rede auf dem Unabhängigkeitsplatz halten.

dapd global

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