Holocaust-Überlebende Margot Friedländer erhält Bundesverdienstkreuz 1. Klasse

Die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer ist mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet worden. Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) übergab der 101-Jährigen die Auszeichnung am Montagnachmittag im Auftrag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Friedländer war bereits 2011 mit dem Verdienstkreuz am Bande, einer niedrigeren Stufe des Verdienstordens, ausgezeichnet worden. Fünf Jahre später erhielt sie den Verdienstorden des Landes Berlin, 2018 wurde sie zudem Berliner Ehrenbürgerin.

"Wir verneigen uns heute erneut vor der beeindruckenden Lebensleistung und dem ungeheuren Mut unserer Berliner Ehrenbürgerin Margot Friedländer", erklärte Giffey. "In bewundernswerter Weise" gebe sie Zeugnis von ihrem Leben, von der Verfolgung im nationalsozialistischen Berlin, vom Schicksal ihrer Familie und vom Holocaust. Bis in ihr hohes Lebensalter von 101 Jahren setze sie ihre Arbeit fort, die ihr ein tiefes Anliegen sei.

Friedländer hatte ihre gesamte Familie im Holocaust verloren. Sie selbst überlebte das Konzentrationslager Theresienstadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging sie in die USA, kehrte dann aber mit 88 Jahren nach Deutschland zurück. Die Zeitzeugin machte sich den Dialog vor allem mit jungen Menschen zur Lebensaufgabe - unter anderem durch den Besuch in Schulklassen und durch Lesungen.

awe/cfm