„Homohalal“: Islam-Theaterstück feiert in Dresden Premiere

Muslime in Deutschland (Symbolbild: Getty Images)

Ein Theaterstück, das garantiert für Furore sorgen wird: „Homohalal“ von der Regisseurin Laura Linnenbaum soll am kommenden Donnerstag in Dresden Premiere feiern. Die Komödie des syrischen Autors Ibrahim Amir handelt von einer Zukunft, in der die deutsche Gesellschaft stark vom Islam geprägt ist – so, wie es die Bewegung Pegida und die AfD fürchten.

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Die Dystopie spielt im Dresden des Jahres 2037. Ehemalige Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer kommen zusammen, das Treffen eskaliert. Die geplante Uraufführung in Wien wurde letztes Jahr kurzfristig abgesagt, weil eine Inszenierung dieser Thematik dem Volkstheater zu Zeiten der Flüchtlingskrise zu heikel erschien. Der öffentliche Diskurs über Geflüchtete sei derzeit stark von Angst und Hass geprägt. „In dieser Situation ist eine Dystopie kein geeignetes Mittel zur Auseinandersetzung über die Zukunft Schutz suchender Menschen“, hieß es in der offiziellen Begründung aus Wien.

Das Schauspielhaus in Dresden. (Bild: dpa)

Die Theaterregisseurin Laura Linnenbaum traute sich jedoch nun an das Stück und zeigt es in Dresden – der Heimatstadt der Pegida-Bewegung. „Im Theater soll es doch darum gehen, die aktuelle Welt mit ihren Konflikten auf eine differenzierte Weise zu thematisieren“, sagte sie der „Bild am Sonntag“. „Das Schöne ist ja, dass wir es mit einer Komödie zu tun haben. Da werden all diese Themen überspitzt.“ Am Ende könne man über das eigene Schwarz-Weiß-Denken lachen.


Auch der in Aleppo geborene Autor des Stücks, Ibrahim Amir, der mittlerweile in Wien wohnt, freut sich über die Inszenierung seiner Komödie. „Ich will es mir nicht nehmen lassen, über Themen zu schreiben, die mir wichtig sind. Daher freue ich mich, dass ‚Homohalal’ jetzt in Dresden doch noch gezeigt wird“, sagte er. Bleibt nur noch abzuwarten, wie das Stück bei seiner Premiere am Donnerstag rezipiert wird.

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