Hongkong und Macau setzen Impfungen mit Biontech-Vakzin wegen Verpackungsfehler aus

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Biontech-Impfstoff am Flughafen von Hongkong

Die chinesischen Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau haben am Mittwoch die Corona-Impfungen mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer vorübergehend ausgesetzt. Als Grund gaben die Behörden einen Verpackungsfehler einer Charge des Impfstoffs an. Am Vortag war in Hongkong eine Privatklinik aus dem öffentlichen Impfprogramm ausgeschlossen worden, weil sie den Biontech-Impfstoff bevorzugte.

Die Behörden in Hongkong und Macau erklärten, sie gingen nicht von Sicherheitsrisiken bei dem Biontech-Vakzin aus. Dennoch sei die Entscheidung für den vorläufigen Stopp gefallen, nachdem sie vom chinesischen Pharmariesen Fosun auf das Problem aufmerksam gemacht worden waren. Demnach wurde festgestellt, dass einige Dosen aus einer Charge schadhafte Verschlüsse aufwiesen. Fosun vertreibt das Biontech-Vakzin in China sowie in den beiden Sonderverwaltungszonen.

Hongkongs Behörden bieten derzeit Impfungen mit den Vakzinen von Biontech/Pfizer und dem chinesischen Biotech-Unternehmen Sinovac an. Der Sinovac-Impfstoff wurde im Schnellverfahren zugelassen, obwohl keine von Experten begutachteten klinischen Daten veröffentlicht wurden. Je nach den verfügbaren Daten liegt seine Wirksamkeit bei 50 bis 80 Prozent, der von Biontech/Pfizer bei 94 bis 95 Prozent.

In Hongkong ist die Impfskepsis groß, das liegt nicht zuletzt am mangelnden Vertrauen der Bewohner in ihre Regierung. Einer jüngsten Umfrage zufolge wollen sich nur 37 Prozent der Erwachsenen in Hongkong impfen lassen. Vergangene Woche wurde das Impfprogramm für alle über 30-Jährigen geöffnet, weil sich nicht genügend ältere Menschen und andere Risikopatienten zu einer Immunisierung einfanden.

Regierungschefin Carrie Lam beklagte wiederholt die geringe Impfbereitschaft und warf Kritikern vor, den chinesischen Impfstoff zu verleumden. Doch auch einige der führenden Epidemiologen der Stadt hatten erklärt, dass der Impfstoff von Pfizer/Biontech nachweislich effektiver ist.

Am Dienstag schlossen die Behörden eine Privatklinik von ihrer Impfkampagne aus, weil sie ihren Patienten den Biontech-Impfstoff empfohlen hatte. Nach Angaben des Gesundheitsamts darf die Klinik künftig keine Impfungen mehr vornehmen und musste alle ungenutzten Dosen zurückgeben.

Fotos eines Aushangs in der Klinik, in der zur Biontech-Impfung geraten wurde, hatten am Wochenende im Internet für Furore gesorgt. Darin hieß es, "Ratschlag: Nehmen Sie nicht Sinovac, nehmen Sie Biontech"; auch einer der eigenen Ärzte habe sich für letzteren entschieden. Die dem Pekinger Verbindungsbüro unterstellte Zeitung Ta Kung Pao warf dem Arzt daraufhin eine "Schmierenkampagne" gegen den Sinovac-Impfstoff vor.

ans/ju

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