Hongkong wählt neuen Regierungschef

In Hongkong wird ein neuer Regierungschef gewählt

In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong hat am Sonntag die Wahl eines neuen Regierungschefs begonnen. Wahlberechtigt ist ein Ausschuss mit knapp 1200 Mitgliedern, in dem die Peking-treuen Kräfte über eine klare Mehrheit verfügen. Die Anhänger der demokratischen Opposition stellen nach Schätzungen Hongkonger Medien nur etwa ein Viertel der Wahlleute. Die Forderung der Demokratie-Bewegung von 2014 nach allgemeinen Wahlen wurde nicht erfüllt.

Favoritin für die Nachfolge ist die frühere Vize-Regierungschefin Carrie Lam. Bei den Anhängern der Demokratie-Bewegung ist sie ebenso unbeliebt wie der bisherige Amtsinhaber Leung Chun Ying, der im Juli nach fünf Jahren abtritt. Beide gelten als Marionetten Pekings. Lam wäre die erste Frau an der Spitze von Hongkongs Verwaltung. Ihr Rivale ist der frühere Finanzminister John Tsang. Er gilt als moderaterer Vertreter des Peking-treuen Establishments in Hongkong.

Der neue Verwaltungschef steht vor der schwierigen Aufgabe, die gespaltene Stadt zu einen, in der vor allem die jungen Menschen den Glauben an ihre politische Führung verloren haben. Sinnbild dieser Spaltung waren am Morgen die Gruppen von Anhängern Pekings und der pro-demokratischen Bewegung, die sich vor Hongkongs Messezentrum, dem schwer bewachten Wahlort, gegenüberstanden.

1997 war die damalige britische Kronkolonie Hongkong an China zurückgegeben worden - unter der Formel "ein Land, zwei Systeme". Die Volksrepublik sagte Hongkong für 50 Jahre eine weitreichende innere Autonomie zu. Die Opposition wirft Peking jedoch vor, sich zunehmend in die Angelegenheiten Hongkongs einzumischen und damit die Autonomievereinbarungen zu verletzen.

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