Hongkonger Behörden verteidigen drastisches Verfahren mit Corona-Patienten

Jerome TAYLOR
·Lesedauer: 2 Min.
In Hongkong gelten mit die strengsten Corona-Maßnahmen

Gesundheitsbehörden in Hongkong haben ihre zum Teil drastischen Maßnahmen im Umgang mit Corona-Patienten verteidigt. Angesichts der Kritik an Vorgehensweisen wie der Fixierung von Kindern in Corona-Isolierstationen teilte die Krankenhausbehörde am Mittwoch mit, dass Kliniken körperliche Fixierung von Kindern "nur für die Sicherheit und das Wohlbefinden des Patienten in Betracht ziehen". Zuvor werde zudem die "Zustimmung von den Eltern oder Erziehungsberechtigten eingeholt".

Weiter hieß es, negativ getestete Eltern dürften zudem ihre Kinder auf die Isolierstation begleiten, wenn es dafür Platz gebe.

Die strengen Corona-Maßnahmen in Hongkong gelten bereits seit fast einem Jahr. Die Metropole, die zu den am dichtesten besiedelten Städten der Welt gehört, hat bisher nur rund 11.000 Corona-Fälle registriert. Solange die Infektionen nur ärmere Stadtteile betrafen, wurde wenig Kritik öffentlich bekannt. Seit mehrere Infektionsherde auch bei Bewohnern reicherer Stadtteile nachgewiesen wurden, wächst der Widerstand gegen die Maßnahmen.

Eltern klagten darüber, von ihren Kindern getrennt worden zu sein. Müttern sei verboten worden, ihre Kinder zu stillen, und manche Kinder seien in Isolierstationen an ihren Betten fixiert worden, um sie am Herumlaufen zu hindern.

Die Botschaften der Schweiz, Großbritanniens und der USA äußerten Bedenken angesichts der Maßnahmen und wegen der Trennung von Kindern von ihren Eltern. Regierungschefin Carrie Lam bestätigte eine Ausnahmeregelung für die Kinder von zwei Mitarbeitern des US-Konsulats, trotz einer Quarantäne nicht von ihren Eltern getrennt zu werden.

Die Behörden verteidigten auch die Strategie der Quarantäne-Lager, weil die Hongkonger Wohnungen für viele Familien zu beengt seien, um sich selbst zu isolieren. Die Behörden würden versuchen, auf die Bedürfnisse von Familien in den Camps einzugehen.

Besonders die Regelungen für infizierte Schwangere in Hongkong waren bereits im vergangenen Jahr in die Kritik geraten. Eine Gruppe Eltern hatte darum gekämpft, dass Partner bei der Entbindung anwesend sein dürfen. Die WHO empfiehlt, Partner zuzulassen und dass auch Corona-positive Mütter weiterhin stillen können.

Bei der Frage der Geburten haben die Hongkonger Behörden mittlerweile eingelenkt. Für mit dem Coronavirus infizierte Mütter gilt aber noch immer die Vorgabe, ihre Kinder nicht zu stillen.

fwe/yb