Antisemitismusvorwurf: Verleumdungsanzeige wundert Ofarim nicht

·Lesedauer: 2 Min.

Nach den Antisemitismusvorwürfen von Sänger Gil Ofarim (39) gegen zwei Mitarbeiter der "Westin"-Hotelkette in Leipzig meldet sich nun der Hotelmanager zu Wort. Der Sänger selber erklärte währenddessen, dass ihn die Anzeige des Mitarbeiters wegen Verleumdung nicht überrasche.

Nun äußert sich der Hotelmanager zu Gil Ofarims (Foto) Vorwürfen. (Bild: imago/Future Image)
Nun äußert sich der Hotelmanager zu Gil Ofarims (Foto) Vorwürfen. (Bild: imago/Future Image)

"Wir versuchen diesen Vorfall höchst professionell anzugehen, mit der souveränen Distanz, die Dinge zu beleuchten und am Ende ein vernünftiges Ergebnis zu erzielen, wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen", erklärt Andreas Hachmeister in einem RTL-Video.

"Die Anschuldigungen richten sich gegen unser Hotel und gegen die Mitarbeiter, die daran beteiligt waren", wird Hachmeister weiter vom Sender zitiert. Die geschilderten Geschehnisse seien "nicht tolerabel" und müssten dringend aufgeklärt werden: "Wenn ein Mitarbeiter diskriminierende oder antisemitische Äußerungen getätigt haben sollte, werden Konsequenzen folgen. Wir stehen für Vielfalt gegen Diskriminierung und Antisemitismus." 

Zwei Mitarbeiter wurden für die Dauer der Ermittlungen beurlaubt.

"Ich glaube nicht, dass er den Mut hat zu sagen, ich stehe zu meinen Worten."

Gil Ofarim (39) selbst hat sich als Gast bei "stern TV" zu dem Vorfall geäußert. Gegenüber Moderator Steffen Hallaschka (49) zeigte sich der 39-Jährige nicht davon überrascht, dass der vermeintliche Täter seinerseits Anzeige gegen Ofarim erstattet hat - wegen Verleumdung.

Dem Hotel-Angestellten sei gar nichts anderes übriggeblieben, so Ofarim, denn: "Ich glaube nicht, dass er den Mut hat zu sagen, ich stehe zu meinen Worten." Folglich müsse er Ofarim zwangsläufig der Lüge bezichtigen, wie durch die Anzeige geschehen. Gleichzeitig stellt Ofarim klar, dass man auf keinen Fall das gesamte Hotel-Personal über einen Kamm scheren dürfe. Es seien lediglich zwei Angestellte involviert gewesen.

Ofarim selbst hat bislang noch gegen keine Person Anzeige erstattet. Ob er in Erwägung zieht, dies noch zu tun, will Hallaschka von ihm wissen. "Ich habe heute mit meinem Anwalt telefoniert, der mir dazu geraten hat."

Das weitere Vorgehen

Ein externes Unternehmen soll den Fall nun untersuchen. "Wir werden unverzüglich für die Aufklärung sorgen", so Hotel-Manager Hachmeister. In diesem Zusammenhang spricht er von der Zusammenarbeit mit Ofarims Management, der Polizei oder Staatsanwaltschaft und dem Zentralrat der Juden. Außerdem "werden alle Gäste dementsprechend interviewt, die an dem Abend mit in der Lobby waren", sagt er.

Konkrete Ergebnisse soll es Anfang nächster Woche geben. 

"Pack deinen Stern ein!"

Am Dienstag berichtete der Münchner Sänger unter Tränen in einem Instagram-Video von dem Erlebnis beim Einchecken in dem Hotel. "Da ruft irgendeiner aus der Ecke: 'Pack deinen Stern ein!' Und dann sagte Herr W.: 'Packen Sie Ihren Stern ein!' Und er sagte 'Wenn ich jetzt einpacke, darf ich einchecken.'"

Zwei Dinge haben Ofarim an dem Vorfall besonders schockiert: "Ich war alleine, ich hatte keinen, der mir helfen konnte. Keiner hat den Mund aufgemacht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das keiner gehört hat." Außerdem kann er nicht fassen, dass so ein Verhalten in aller Öffentlichkeit "in Deutschland möglich ist."

Im Video: Gedenkfeier in Kiew - Steinmeier prangert wachsenden Antisemitismus in Deutschland an

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.