Humboldt Forum in Berlin teilweise eröffnet

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Humboldt Forum

Nach elf Jahren Plan- und Bauzeit ist am Mittwoch das Berliner Humboldt Forum teilweise eröffnet worden. Das Vermächtnis der Humboldt-Brüder, "dem Fremden zu begegnen statt es abzuwehren und abzuwerten", sei heute "aktuell wie eh und jeh", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) bei der Zeremonie. Das Humboldt Forum solle in Deutschland gerade für den Umgang mit Kulturgütern aus kolonialen Kontexten "Maßstab und Vorbild sein".

Auf rund 30.000 Quadratmetern Grundfläche sollen den Besuchern zukünftig Ausstellungen und Kulturveranstaltungen geboten werden. Aufgrund von Verzögerungen beim Bau wird das Humboldt Forum in Etappen eröffnet; vorerst können nur das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss in Betrieb genommen werden. Die Eröffnungsfeier wurde aufgrund der Corona-Pandemie digital abgehalten. Die Baukosten für das Großprojekt liegen bei bislang rund 644 Millionen Euro.

In das Humboldt Forum werden die außereuropäischen Sammlungen des Ethnologischen Museums und das Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin einziehen. Auch die Humboldt-Universität, die Stiftung Stadtmuseum Berlin und die Stiftung Humboldt Forum werden in dem Neubau vertreten sein.

Das Humboldt Forum sei "ein Stück neues Berlin", sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) bei der Eröffnungsfeier. Das Forum nehme die Geschichte Berlins bewusst auf und lade uns "zur Auseinandersetzung mit unserer Geschichte und unserer Rolle in der Welt" ein.

Bei dem Bau handelt es sich um eine äußerlich an drei Seiten originalgetreue Nachbildung des einstigen Stadtschlosses direkt an der Prachtstraße Unter den Linden im Bereich der berühmten Berliner Museumsinsel. Es entstand als Wohnsitz der preußischen Könige und späteren deutschen Kaiser, wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und 1950 in der DDR gesprengt.

An der Stelle des Schlosses wurde später das auch als Palast der Republik bezeichnete DDR-Volkskammergebäude errichtet. Der Weg zum Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses wurde nach jahrelangen kontroversen Diskussionen um Sinn und Finanzierung 2009 freigemacht.

fho/cne