Hunderte Gläubige bei Karfreitagsprozession durch Jerusalems Altstadt

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Gläubige in der Via Dolorosa

Nachdem die Karfreitagsprozession 2020 wegen der Corona-Pandemie unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, sind in diesem Jahr wieder Gläubige durch die Altstadt von Jerusalem gezogen. Hunderte Christen gingen am Freitag den überlieferten Leidensweg Christi entlang der Via Dolorosa zur Grabeskirche. Im Vergleich zu den Tausenden, die vor der Corona-Pandemie normalerweise zu Ostern nach Jerusalem strömten, fiel die diesjährige Feier dennoch bescheiden aus.

Wegen der Corona-Pandemie ist Touristen die Einreise nach Israel derzeit weitestgehend versperrt. Das Land selbst gilt als Vorreiter beim Impfen und hat für seine Bewohner unter anderem die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wieder geöffnet. Mehr als die Hälfte der 9,3 Millionen Einwohner sind bereits geimpft.

"Es ist so viel besser als im letzten Jahr", sagte Angele Percenita, eine in Israel arbeitende philippinische Pflegerin. Sie ist nach eigenen Angaben bereits zweimal gegen das Coronavirus geimpft worden und drängte sich zwischen den Menschen in der Grabeskirche, die im vergangenen Jahr wegen der Pandemie erstmals seit einem Jahrhundert geschlossen war.

Lina Sleibi, eine palästinensische Christin, erinnerte sich daran, wie sie die Ostermesse 2020 online sah. "Letztes Jahr war es sehr schwer. Wir fühlten uns, als wäre die Stadt tot", sagte die 28-Jährige. Bader Rabadi, ein palästinensischer Reiseleiter, äußerte die Hoffnung, dass im kommenden Jahr Christen aus aller Welt wieder Ostern in der Heiligen Stadt feiern können. "Jerusalem gehört nicht uns. Es ist für alle da", sagte er.

mkü/jes