Hunderte Infektionen mit Corona-Mutanten in französischer Grenzregion zu Deutschland

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Leere Straßen im Metz Anfang Januar: Im Département Moselle wurde wegen der Corona-Mutanten eine abendliche Ausgangssperre angeordnet (Bild: Jean-Christophe Verhaegen/AFP)
Leere Straßen im Metz Anfang Januar: Im Département Moselle wurde wegen der Corona-Mutanten eine abendliche Ausgangssperre angeordnet (Bild: Jean-Christophe Verhaegen/AFP)

Nach dem Auftreten hunderter mutmaßlicher Infektionen mit ansteckenderen Varianten des Coronavirus in der französischen Grenzregion zu Deutschland prüfen Frankreichs Behörden strengere Corona-Auflagen. Gesundheitsminster Oliviér Véran sprach von einer "beunruhigenden Lage" im Département Moselle, das an das Saarland und Rheinland-Pfalz grenzt.

Dort seien in den vergangenen vier Tagen mehr als 300 mutmaßliche Infektionen mit den südafrikanischen und brasilianischen Varianten des Coronavirus nachgewiesen worden.

Véran reiste am Freitag in die Region, um mit den Verantwortlichen vor Ort über mögliche verschärfte Schutzmaßnahmen zu beraten. Der Bürgermeister der Départementshauptstadt Metz, François Grosdidier, sprach sich bereits für eine erneute vollständige Ausgangssperre aus. Er sei "bereit zu handeln, wenn das notwendig wird", sagte Véran.

Warnung vor geringerer Wirkung von Impfstoffen

Minister Véran warnte, die südafrikanischen und brasilianischen Virus-Varianten seien nicht nur offenbar ansteckender als die Grundform, sondern möglicherweise auch "weniger sensibel für bestimmte Impfstoffe"; zudem würden sie vom Immunsystem bereits in der Vergangenheit an Covid-19 erkrankter Menschen möglicherweise nicht erkannt.

Abgesehen von den neuen Varianten gehört das Département Moselle zu den derzeit am stärksten vom Coronavirus betroffenen Regionen Frankreichs. Der Inzidenzwert liegt dort bei 290 Fällen je 100.000 Einwohnern und damit deutlich über dem Frankreich-weiten Schnitt von 201.

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