Hurrikan Larry zieht Richtung Europa und erhält uns den Septembersommer

·Lesedauer: 4 Min.

Wer heute Morgen in einigen Landesteilen aus dem Haus ging dachte sich wahrscheinlich auch er sei in einer Sauna gelandet. Über Nacht gab es besonders im Westen dichte Wolken und die haben die Wärme wie in einem Kochtopf mit Deckel konserviert. Es war eine ungewöhnlich warme und auch sehr schwüle Septembernacht.

Grüne, blühende Wiese und strahlende Sonne (Symbolbild. Getty Images)
Noch ist der Sommer da (Symbolbild: Getty Images)

Nachfolgend ein paar Tiefstwerte und dahinter die Angabe zu den neuen Rekorden:

Schaafheim-Schlierbach 19,2 Grad wärmste Septembernacht seit Beginn der Aufzeichnungen 1979

Trier-Zewen 19,2 Grad, wärmste Septembernacht seit Beginn der Aufzeichnungen 1907 (!!!)

Diepholz 19,1 Grad, wärmste Septembernacht seit Beginn der Aufzeichnungen 1952

Nienburg 18,8 Grad, wärmste Septembernacht seit Beginn der Aufzeichnungen 1947

Hannover 18,5 Grad, wärmste Septembernacht seit Beginn der Aufzeichnungen 1936

Hurrikan Larry steuert auf Europa zu! Was bedeutet das für unser Wetter?

Weiterhin warmes Septemberwetter

"Das warme Septemberwetter geht scheinbar auch nächste Woche weiter. Gestern wurde in Sachsen-Anhalt sogar die 30-Grad-Marke geknackt. Wie schon die erste Warmphase in der aktuellen Woche, haben wir auch den zweiten Wärmeberg einem Hurrikan zu verdanken. Erst war es der Ex-Hurrikan Ida der uns den Septembersommer brachte, nun wird es ab dem Wochenende Ex-Hurrikan Larry sein der als Sturmtief bei Island beim Europawetter mitmischt und wie eine Pumpe wirkt. Dabei pumpt er sehr warme, aber auch sehr feuchte und schwüle Luftmassen zu uns nach Deutschland. Da darf richtig geschwitzt werden. Der Septembersommer ist noch nicht fertig. Bisher viel Sonnenschein, keinerlei Herbstfeeling und vielfach Hochdruckwetter. Es war wie angekündigt die bisher längste Schönwetterphase des gesamten Sommer 2021 und das im September“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung, Geschäftsführer beim Wetterdienst Q.met (www.qmet.de) gegenüber dem Wetterportal wetter.net.

Zugbahn  von Hurrikan Larry. Noch ist es ein Hurrikan, wird aber auf dem Weg  nach Grönland zum Orkantief und erreicht dann später aus Island und  mischt so beim Europawetter ordentlich mit! (Quelle: Hurrikanzentrum  Miami, NOAA)
Zugbahn von Hurrikan Larry. Noch ist es ein Hurrikan, wird aber auf dem Weg nach Grönland zum Orkantief und erreicht dann später aus Island und mischt so beim Europawetter ordentlich mit! (Quelle: Hurrikanzentrum Miami, NOAA)

So geht es beim Wetter in den kommenden Tagen weiter:

Freitag: 23 bis 28 Grad, vielfach extrem schwül und feucht, aus Westen neue Schauer und Gewitter, auch Unwetter möglich

Samstag: 20 bis 26 Grad, oft ein Mix aus Sonne und Wolken, einzelne Schauer, zum Abend aus Westen schöner

Sonntag: 22 bis 28 Grad, oft schön und sonnig, kaum noch Schauer

Montag: 21 bis 28 Grad, viel Sonnenschein und trocken

Dienstag: 21 bis 30 Grad, sonnig, trocken und sehr warm

Mittwoch: 22 bis 28 Grad, viel Sonnenschein, später aus Westen Gewitter möglich, schwülwarm

Kein Absturz in den Herbst in Sicht

Nach den ersten 9 Tagen ist der September rund 1,5 Grad wärmer als das amtliche Klimamittel der Jahre 1961 bis 1990. Das Niederschlagssoll wurde zu 0,1 Prozent erfüllt. Das ist so gut wie nichts gewesen was da bisher vom Himmel kam. Das erste Monatsdrittel wird also deutlich zu trocken enden. Das haben wir den beiden ex-Hurrikans Ida und nun dem Hurrikan Larry zu verdanken.

Ein richtige Absturz in den Herbst ist derzeit nicht in Sicht. Es bleibt auch Anfang der neuen Woche recht warm. Es geht nur teilweise etwas wechselhafter zu. Heute und morgen einzelne Schauer und Gewitter, ab Sonntag schon wieder schöner. Nächste Woche bis Mittwoch sehr warm und schön, ab Mittwochnachmittag Gewitter.

Der September könnte insgesamt schöner ausfallen als sich der Sommer 2021 über weite Strecken gezeigt hat. Eine spannende Wetterentwicklung. Öfters kam mal wieder die Frage auf, was der warme September für den Winter bedeuten könnte.

"Rein gar nichts. Es gibt immer wieder "Wetterexperten“, die behaupten, man könnte aus dem Wetter der Vormonate oder der Vorjahreszeit auf das Wetter der kommenden Monate und Jahreszeiten schließen. Wissenschaftlich ist das eine unseriöse Aussage und überhaupt nicht belegbar. Dem kommenden Winter ist es völlig egal wie der September, Oktober oder November verlaufen ist. Das nur mal als allgemeiner fachlicher Hinweis“ so Wetterexperte Jung.

Maximal gibt es von den seriösen Wetterdiensten wie NOAA, DWD oder dem europäischen Wetterdienst Langfristtrends. Sie sehen diesmal einen recht normal temperierten Winter. Das wäre auch schon mal etwas Neues. Normal wird der Winter immer deutlich zu warm berechnet. Ein Zeichen für einen recht frischen und schneereichen Winter? Das müssen wir abwarten!

VIDEO: Biden warnt angesichts von Hurrikan-Schäden vor Klimawandel

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.