Hurrikan "Maria" bringt Tod und Verwüstung über Karibik

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Von "Maria" zerstörtes Haus in San Juan

Hurrikan "Maria" ist mit mehr als 240 Stundenkilometern über Puerto Rico hinweggefegt und hat schwere Schäden in dem US-Außengebiet angerichtet. Das gesamte US-Außengebiet war am Donnerstag ohne Strom

Der Hurrikan "Maria" hat Tod und Verwüstung über die Karibik gebracht: Alleine auf der kleinen Insel Dominica starben mindestens 15 Menschen, wie Regierungschef Roosevelt Skerrit am Donnerstag einem Fernsehsender des Nachbarlandes Antigua und Barbuda mitteilte. Damit kamen insgesamt mindestens 18 Menschen durch "Maria" ums Leben. Für das US-Außengebiet Puerto Rico rief Präsident Donald Trump den Katastrophenfall aus, die Insel sei "völlig ausgelöscht" worden.

Auf Dominica wurden nach Angaben Skerrits am Donnerstag noch immer 20 Menschen vermisst. Der Sturm war am Montag als Hurrikan der stärksten Kategorie über die kleine Insel mit 72.000 Einwohnern hinweggefegt. Seitdem war das Land praktisch vom Rest der Welt abgeschnitten. "Es ist schlimmer als ein Kriegsgebiet", sagte Skerrit. "Wenn es keine weiteren Todesopfer gäbe, wäre das ein Wunder."

Gegenwärtig gebe es keine Wasser- oder Stromversorgung und nur sehr begrenzte Kommunikationsmöglichkeiten, sagte der Regierungschef. Dringend benötigte Produkte wie Babynahrung oder Hygieneartikel müssten mit Helikoptern auf die Insel geflogen werden. Skerrit selbst musste während des Sturms gerettet werden, nachdem der starke Wind das Dach seiner Residenz mit sich gerissen hatte.

Nach Angaben des Weißen Hauses vom Donnerstag ordnete Trump bereits am Mittwoch die Freigabe von Bundesmitteln für Puerto Rico an, um etwa Häuser zu reparieren und Notunterkünfte bereitzustellen. "Puerto Rico ist in einem sehr, sehr, sehr schlimmen Zustand", sagte Trump am Donnerstag am Rande der UN-Generaldebatte in New York.

Ganz Puerto Rico war am Donnerstag ohne Strom, nachdem es von dem Sturm mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 240 Stundenkilometern getroffen worden war. Mindestens ein Mensch kam dort ums Leben.

Auch auf auf der Insel Guadeloupe hatte "Maria" gewütet. Dort starben nach Behördenangaben zwei Menschen, zwei weitere wurden vermisst.

Am frühen Donnerstagmorgen hatte "Maria" vom Festland wieder in Richtung Meer abgedreht - in Puerto Rico wurde nach und nach das ganze Ausmaß der Zerstörung deutlich. Noch bis Samstag wurde mit schweren Regenfällen gerechnet, einige Straßen waren von Schlamm überflutet und mit Bäumen, Straßenschildern und Stromkabeln übersät.

"Unser Leben, so wie wir es kannten, hat sich verändert", sagte die Bürgermeisterin der Hauptstadt San Juan, Carmen Yulín Cruz. Zehntausende Menschen hatten in San Juan Zuflucht in Notunterkünften gesucht. Die Regierung hatte vorab landesweit rund 500 Notunterkünfte für 67.000 Menschen eingerichtet.

Der Gouverneur des US-Außengebiets, Ricardo Rosselló, sprach vom "zerstörerischsten Sturm des Jahrhunderts". Das Telefonnetz sei teilweise zusammengebrochen, die Energieversorgung völlig, sagte er im Fernsehsender CNN. Es könne Monate dauern, bis die Schäden wieder behoben seien, sagte Rosselló.

Der Wetterdienst warnte am Donnerstag weiter vor gefährlichen Springfluten. Die Überschwemmungen seien "katastrophal", hieß es in einer Mitteilung der Behörden beim Kurzbotschaftendienst Twitter. Bis Samstag galt eine zwölfstündige nächtliche Ausgangssperre ab 18.00 Uhr abends.

"Maria" verlor zwar an Kraft, hatte jedoch noch immer Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 Stundenkilometern. Der Sturm bewegte sich in Richtung der Turks- und Caicosinseln.

Vor "Maria" hatte "Irma" in der Karibik und in Florida schwere Zerstörungen angerichtet. Mindestens 40 Menschen starben. Viele Wissenschaftler vermuten, dass schwere Wirbelstürme wie "Maria", "Irma" und davor "Harvey" aufgrund des Klimawandels an Intensität zunehmen.

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