Idar-Oberstein: Polizei betont "keine Toleranz bei Nachahmungstaten"

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Der Tatort in Idar-Oberstein (Bild: REUTERS/Annkathrin Weiss)
Der Tatort in Idar-Oberstein (Bild: REUTERS/Annkathrin Weiss)

Nach dem tödlichen Schuss auf einen Kassierer in einer Tankstelle in Idar-Oberstein hat die Polizei in Rheinland-Pfalz betont, "keine Toleranz bei Nachahmungstaten" walten zu lassen.

Wie die Polizei in Trier am Donnerstag mitteilte, hatte ein Mann in Schweich - rund 50 Kilometer westlich von Idar-Oberstein - am Mittwoch eine Angestellte eines Supermarktes bedroht. Nachdem die Kassiererin den Mann auf das korrekte Tragen der Mund-Nasen-Maske hingewiesen habe, habe dieser gesagt, er könne sie auch erschießen und habe den Markt verlassen.

Die Polizei ermittelte als Verdächtigen einen 56-Jährigen aus Trier. Das Amtsgericht der Stadt erließ einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnräume des Beschuldigten. "Zum einen wird wegen Bedrohung ermittelt, und auch Ankündigung von Straftaten steht im Raum", sagte ein Polizeisprecher.

"Wir gehen mit aller Entschiedenheit gegen solche Bedrohungen und Ankündigungen von Nachahmungstaten des schrecklichen Tötungsdeliktes in Idar-Oberstein vor", betonte der Trierer Polizeipräsident Friedel Durben. "Solche Straftaten verunsichern die Bevölkerung und sind nicht zu tolerieren." Die Polizeipräsenz in Idar-Oberstein bleibe erhöht.

Attacke in Zug

In einem Zug bei Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) soll eine Maskenverweigerin eine Mitfahrerin getreten und in Anspielung auf die tödlichen Schüsse in Idar-Oberstein bedroht haben. 

Am Donnerstagnachmittag sei die Geschädigte in die Regionalbahn eingestiegen, als sie von der anderen Reisenden von hinten in den Oberschenkel getreten worden sei, teilte die Polizei am Freitag mit. Die Frau drehte sich demnach um, fragte nach dem Grund des Angriffs und forderte die Mitreisende auf, eine Maske aufzusetzen.

Daraufhin habe die Mitreisende die Frau beleidigt und gesagt, sie wisse ja, was in Idar-Oberstein passiert sei. Weil sie sich demnach weigerte, sich gegenüber der Frau auszuweisen, schoss diese ein Foto von ihr und kontaktierte die Bundespolizei. Dort liefen aktuell die Ermittlungen. Die Behörde veranlasste auch die Videoauswertung in der Regionalbahn, auf welcher die Angreiferin gut zu erkennen sei.

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