IG Metall droht Arbeitgebern mit Streiks

Gewerkschaft macht Druck vor Tarifverhandlungen

Vor den entscheidenden Tarifverhandlungen zu Beginn der Woche hat die IG Metall mit einer Urabstimmung sofort nach Pfingsten gedroht. Der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Detlef Wetzel, verlangte in der "Bild", das bisherige Angebot deutlich aufzustocken. "Die IG Metall will eine schnelle Einigung - aber zu fairen Bedingungen", sagte er. "Dafür müssen die Arbeitgeber ihr Angebot beim Geld schnell und deutlich nachbessern."

In den Tarifverhandlungen stehe nun die "Woche der Entscheidung" bevor, sagte Wetzel. Der Gewerkschaftsvize stellte zügige Streiks bei einem Scheitern der Tarifverhandlungen in Aussicht: "Gelingt keine Einigung am Verhandlungstisch, gehen wir nach Pfingsten in die Urabstimmung."

Die IG Metall verlangt 5,5 Prozent mehr Lohn für die 3,7 Millionen Beschäftigten bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber bieten bislang 2,3 Prozent bei einer Laufzeit von 13 Monaten; sie deuteten aber bereits an, das Angebot nachbessern zu wollen. Die nächsten Verhandlungen finden am Montag in Baden-Württemberg und am Dienstag in Bayern statt.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt warnte derweil vor Arbeitsplatzverlusten durch zu hohe Abschlüsse.Die produktivitätsorientierte Tarifpolitik der letzten Jahre habe maßgeblich dazu beigetragen, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen seit 2005 um über eine Million gesunken sei, sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag. "Dieser richtige Weg einer beschäftigungsorientierten Tarifpolitik muss fortgesetzt werden." Hundt drängte dabei auf flexible und differenzierte Tarifabschlüsse.

Quizaction