Stahlarbeiter im Nordwesten bekommen mehr Geld

Streikender Stahlarbeiter in Duisburg

Die rund 72.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie bekommen mehr Geld. Die IG Metall und der Arbeitgeberverband Stahl erzielten in der Nacht zum Freitag einen Tarifabschluss, der ab April ein Plus von 2,3 Prozent vorsieht. Ab Mai 2018 sollen die Löhne noch einmal um 1,7 Prozent steigen. Zudem werden die Tarifverträge zur Altersteilzeit und zum Einsatz von Werkvertragsbeschäftigten verlängert.

Der Lohnanstieg von vier Prozent mit einer Laufzeit bis Ende 2018 sei ein "vertretbares Ergebnis", erklärte der Verhandlungsführer der IG Metall, Knut Giesler. Der Abschluss sichere den Beschäftigten einen "fairen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg der Branche", erläuterte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann. Das Ergebnis sei vor allem durch den Druck der Warnstreiks von mehr als 14.000 Beschäftigten möglich geworden.

Der Arbeitgeberverband Stahl sah dagegen für beide Tarifparteien "keinen Anlass zum Jubeln". Die Verhandlungen hätten aber zu einem "ausgewogenen Kompromiss" geführt, erklärte der Verbandsvorsitzende Andreas Goss.

Die IG Metall hatte ursprünglich 4,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert. Die Arbeitgeber boten zuletzt 1,3 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 15 Monaten.

Die nun erzielte Einigung im Nordwesten könnte für die Verhandlungen der Stahlbranche im Osten richtungsweisend sein. Die Verhandlungen für die 8000 Stahlarbeiter dort dauern noch an, später folgen noch Gespräche für das Tarifgebiet Saarland.

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