IG Metall verärgert über Scheitern des Rechts auf Rückkehr in Vollzeit

Die IG Metall ist verärgert über das Scheitern des Gesetzes für ein Recht auf Rückkehr in Vollzeitarbeit: Es sei "ein klarer Bruch" des Koalitionsvertrages, dass die geplante Neuregelung vom Koalitionsausschuss gestoppt worden sei, erklärte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann am Donnerstag in Frankfurt am Main. Damit habe sich die Koalition von den Interessen der Arbeitgeber"ins Bockshorn jagen lassen".

Die SPD hatte ein Rückkehrrecht für Beschäftigte in die Vollzeit in Betrieben ab 15 Mitarbeitern angepeilt, die Union beharrte aber auf einer Grenze von 200 Beschäftigten. Die Beratungen von Union und SPD in der Nacht zu Donnerstag gingen schließlich ohne Einigung in diesem Punkt zu Ende.

Eine Hürde von 200 Beschäftigten sei nicht zu erklären, kritisierte die IG Metall. "Alle Teilzeitbeschäftigten müssen ein zeitgemäßes Rückkehrrecht in Vollzeit haben, um den Lebensunterhalt verlässlich planen zu können", erklärte IG-Metall-Vizechefin Christiane Benner. Durch die Entscheidung würden 10,3 Millionen Beschäftigte weiter in der "Teilzeitfalle" sitzen, vor allem viele Frauen.

Bislang sieht das Teilzeit- und Befristungsgesetz keinen Anspruch auf höhere Arbeitszeit vor, wenn jemand in Teilzeit tätig ist. Vorgeschrieben ist lediglich, dass Arbeitgeber Teilzeitbeschäftigte mit Aufstockungswunsch bei der Besetzung eines entsprechenden freien Arbeitsplatzes "bei gleicher Eignung bevorzugt" berücksichtigen müssen - es sei denn, "dass dringende betriebliche Gründe oder Arbeitszeitwünsche anderer teilzeitbeschäftigter Arbeitnehmer entgegenstehen".

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