IG Metall will sieben bis acht Prozent mehr Lohn durchsetzen

Die IG Metall geht mit einer deutlichen Lohnforderung in die anstehenden Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie: Der Vorstand empfehle den regionalen Tarifkommissionen, "zwischen sieben und acht Prozent" mehr Geld zu fordern, teilte die Gewerkschaft am Montag mit. Bayerns Metall- und Elektroindustrie reagierte irritiert. "Die IG Metall überzieht bei ihrer Forderungsempfehlung."

"Den Unternehmen geht es gut", begründete Gewerkschaftschef Jörg Hofmann die Forderung nach dem deutlichen Lohnplus. "Nicht gut geht es aber den Beschäftigten beim Blick auf Supermarkt- und Energierechnungen."

Eine "ordentliche Erhöhung" sei auch angesichts der guten Auftrags- und Ertragslage in der Branche geboten, fuhr Hofmann fort. In der deutschen Metall- und Elektroindustrie arbeiten etwa 3,8 Millionen Menschen. Die Tarifverhandlungen für die Branche beginnen Mitte September.

Der IG-Metall-Leiter des Bezirks Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Thorsten Gröger, erklärte, angesichts der "wohlstandsfressenden Inflation passt ein solcher Forderungsrahmen in die Zeit". Die Lage in der Branche sei divers und "vielfach sehr positiv". Die Empfehlung des Vorstands werde nun "sorgsam" diskutiert.

Der Bezirksleiter der bayerischen Tarifkommission, Johann Horn, äußerte sich in der "Augsburger Allgemeinen" ebenfalls positiv. Nach zwei Corona-Abschlüssen ohne Lohnerhöhungen und nur mit Einmalzahlungen bräuchten die Menschen nun mehr Geld in der Tasche. "Die Beschäftigten ächzen unter der hohen Inflation." Die Unternehmen machten gleichzeitig Gewinne und könnten gestiegene Preise zumindest teilweise weitergeben - anders als die Beschäftigten.

Kritik kam von Bayerns Arbeitgebern der Branche. "Wir können nur verteilen, was wir erwirtschaften werden", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Verbands vbm, Bertram Brossardt. Vier von fünf Unternehmen erwarteten jedoch im laufenden Jahr einen Gewinnrückgang.

Er verwies auf explodierende Kosten für Energie und Rohstoffe sowie auf gestörte Lieferketten. "Das kann und darf die IG Metall in der aktuellen Diskussion nicht ausblenden." Eine Lohnerhöhung von bis zu acht Prozent bedrohe zudem "zahlreiche Arbeitsplätze in Bayern".

hcy/mt

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