Ilka Bessin stößt Steuergeld-Debatte um Lindner-Hochzeit an: "Sollte privat finanziert werden"

Christian Lindner und Franca Lehfeldt wollen sich auf Sylt das Jawort geben. (Bild: 2018 Getty Images/Andreas Rentz)
Christian Lindner und Franca Lehfeldt wollen sich auf Sylt das Jawort geben. (Bild: 2018 Getty Images/Andreas Rentz)

Es ist die Promi-Hochzeit des Jahres und als solche nicht kostengünstig: Wenige Tage, bevor Christian Lindner auf Sylt das Ja-Wort sprechen will, sorgt sich Ilka Bessin über Belastungen für die Steuerzahler. Die Komikerin regte bei Instagram an, der Finanzminister solle alle Kosten privat tragen.

Ursprünglich sollte die Feier in der Toskana stattfinden. Doch auch auf der Nordseeinsel Sylt wird die anstehende Hochzeit von Bundesfinanzminister Christian Lindner beachtliche Ausmaße annehmen. Mithin so große, dass ein deutscher Comedy-Star nun öffentlich über die Kosten nachdenkt, die sich aus seiner Sicht für die Steuerzahlerinnen und -zahler ergeben.

"Ich lese gerade die Einladungsliste der Hochzeit von Herrn Christian Lindner", schrieb am Montag Ilka Bessin in einem Beitrag beim sozialen Netzwerk Instagram. "Es kommen viele wichtige Gäste. Glückwunsch", stellte die 50-Jährige fest. "Ich versteh nur nicht, warum wir von unseren Steuergeldern die Sicherheitskräfte bezahlen müssen."

Sie selbst sei nicht eingeladen, erklärte die Komikerin, die als pink gewandete Plattenbauprinzessin "Cindy aus Marzahn" bekannt wurde, und schloss daraus: "Wenn ich jetzt meinen Geburtstag feiere, kommt er dann auch und macht die Tür?" Bessin empfahl die Feier des FDP-Chefs als Untersuchungsgegenstand für die Sendung "Mario Barth deckt auf". Die RTL-Reihe hat das Ziel, Fälle von Steuerverschwendung aufzudecken.

Über die geplante Hochzeit von Bundesfinanzminister Christian Lindner sagt Ilka Bessin:"Es ist ja eine private Veranstaltung und sollte auch so finanziert werden." (Bild: 2016 Getty Images/Sascha Steinbach)
Über die geplante Hochzeit von Bundesfinanzminister Christian Lindner sagt Ilka Bessin:"Es ist ja eine private Veranstaltung und sollte auch so finanziert werden." (Bild: 2016 Getty Images/Sascha Steinbach)

Ilka Bessin will "keinen Neid schüren"

Eine Instagram-Nutzerin gab der Komikerin in der Kommentarspalte Kontra: Christian Lindner sei "eine Person von öffentlichem Interesse". Dass er mit öffentlichen Geldern geschützt werde, gehe in Ordnung. "Ihr habt die Wahl, in die Politik zu gehen, dann werdet ihr auch beschützt. Es gibt zu viele Idioten da draußen."

Bessin erwiderte, ihr Einwand sei nicht dadurch motiviert, dass sie "Neid schüren" wolle. Sie verstehe nur die Legitimation hinter den Kosten nicht: "Es ist ja eine private Veranstaltung und sollte auch so finanziert werden. Wäre auch ein tolles Statement, wenn man das ganze selbst bezahlen würde und man diese Steuergelder für die Sanierung unserer Schulen nehmen würde und für die anderen Baustellen, die wir so haben."

Auch der Bundeskanzler wird zur Lindner-Hochzeit erwartet

Die meisten der bislang knapp 500 User-Kommentare geben der Sichtweise Ilka Bessins recht. Viele verweisen scherzhaft darauf, dass sie dem Aufruf des Satirikers Sebastian Pufpaff folgen und mit dem 9-Euro-Ticket zur Feier anreisen wollen. Der "TV total"-Moderator hatte per Telefonstreich von den umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen rund um die Hochzeit erfahren und darüber in seiner ProSieben-Sendung am Mitwoch der vergangenen Woche berichtet.

So sprachen Sekretariat und Pastorin der St. Severin Kirche von weiträumigen Sperrungen und dem Einsatz einer Hundestaffel. "LKA, BKA und Security" seien involviert. Man erwarte einen "Konvoi gepanzerter Limousinen". An anderer Stelle erfuhr Pufpaff, dass auch Scharfschützen zur Sicherung des Geländes geordert seien.

Christian Lindner und die Journalistin Franca Lehfeldt wollen sich am Donnerstag im Sylt-Museum in Keitum standesamtlich das Ja-Wort geben. Die kirchliche Trauung folgt am Samstag in der Kirche St. Severin. Für die anschließende Feier im Lokal "Sansibar" sind unter anderem Bundeskanzler Olaf Scholz, Wirtschaftsminister Robert Habeck, Außenministerin Annalena Baerbock, der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz sowie sein Amtsvorgänger Armin Laschet geladen.

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