Immer Hertha: Hertha gegen Lugansk: Die Krux mit den Außenseitern

Hertha-Trainer Pal Dardai

Es gibt keinen Kleinen mehr. Die Breite an der Spitze ist dichter geworden. Zwei Floskeln für ein Phänomen, das den Profifußball seit Jahren beschäftigt: Wieso blamieren sich namhafte Klubs immer wieder gegen Außenseiter? Hertha BSC bestreitet ­heute in der Europa League in Lwiw so eine Partie. Also, warum sollte der Hauptstadt-Klub aus der Bundesliga keinen klaren Sieg einfahren gegen den Siebenten der ukrainischen Liga, Sorja Lugansk?

Eine Antwort lautet: Weil da manchmal Sachen passieren, mit denen man nicht rechnet. Ich erinnere mich an die stolzgeschwellte Brust, mit der die Vertreter von Hertha BSC im September 2000 aus dem Bus schauten, als die Mannschaft in Chisinau, der Hauptstadt von Moldawien, auf den Hotel-Parkplatz einbog. Rund 1500 Menschen ­standen dort. Bei der Hertha-Führung wurde nach mitgebrachten Wimpeln und Autogrammkarten gegriffen. Beim Aussteigen der Stars um Michael Preetz, Alex Alves, Sebastian Deisler und Josip Simunic gab es zwar ein großes Gewusel. Allerdings wollte niemand etwas von den Profis. Neben dem ­Parkplatz des Hotels lag die deutsche ­Botschaft. Die gab immer am Dienstag­nachmittag die begehrten Reise-Visa aus.

Beim Training im Stadion in Chisinau stellte sich heraus, dass der Platz in einem desolaten Zustand war, wie man es in Deutschland aus der Kreisliga kennt – mit einer Mulde vom Elfmeterpunkt bis zur Torlinie. Immerhin wurde am Spieltag der Rasen gemäht. Beim ­Training am Vortag war der Ball noch zur Hälfte im Gras verschwunden.

Die H...

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