Immer Hertha: Marcelinho - Der Mann, der das Leben feiert

Spektakuläre Tore, schwere Motorräder und ganz viel Samba: Uwe Bremer über seine fünf Jahre als Hertha-Reporter mit Marcelinho.

Herthas damaliger Manager, Dieter Hoeneß, fand für die Leistung von Marcelinho nur ein Prädikat: "Weltklasse". Ich hatte beim Spiel der Berliner in Wolfsburg einen Scout vom PSV Eindhoven als Sitznachbarn, damals, im November 2004, ein regelmäßiger Champions-League-Starter. Er schaute sich einen Wolfsburger Stürmer an. Nachdem Marcelinho Hertha mit zwei Toren in Führung gebracht hatte, fragte ich: "Und?" Der Scout: "Ja, ordentlich." Später, beim Stand von 2:2, eroberte Marcelinho den Ball, sprintete über 60 Meter und jagte ihn ins Netz – 3:2, der Sieg. "Internationale Klasse", so der Scout, "aber er kann nur links. Keine Weltklasse, dafür fehlt ihm der rechte Fuß."

Ich war etwas enttäuscht von dieser Einordnung. Für mich war es das beste Spiel von Marcelinho im Hertha-Trikot. Nun freue ich mich, dass der Brasilianer am Sonnabend sein Abschiedsspiel im Olympiastadion gibt. Jetzt werden viele Geschichten erzählt. Von spektakulären Toren, von blonden Schönheiten und durchtanzten Nächten. Ob die Party auf den Tag vor oder nach einem Spiel fiel: Für Marcelinho gab es immer einen Anlass, das Leben zu feiern. Michael Preetz, damals Torjäger, heute Manager von Hertha, sagt, Marcelinho sei der beste Spieler gewesen, mit dem er je zusammengespielt hat. Dass er für eine Mannschaft auch schwierig war, lässt Pal Dardai durchblicken. Er erzählt, dass er gerne gerannt sei für Marcelinho. Das Konto sei immer voll gewesen, weil man gemeinsam viele Siege eingefahren habe. Aber auf die Frage, wi...

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