Immer mehr Kokain: Drogenkartelle nutzen Europa als Handelsplatz

Die Beschlagnahmung illegaler Drogen im Hafen von Antwerpen nimmt weiter zu: In der ersten Jahreshälfte wurden fast 36 Tonnen Drogen entdeckt, teilten die belgischen Behörden mit. Im Jahr 2017 wurden rund 41 Tonnen von den Behörden sichergestellt, wobei die Zahl im Vergleich zum Vorjahr steigt und im Jahr 2020 65,5 Tonnen erreicht hat.

Das Jahr 2021 war mit über 89 Tonnen beschlagnahmter Drogen ein Ausnahmejahr. Denn die Ermittler konnten den verschlüsselten Nachrichtendienst Sky ECC knacken und während einer zweijährigen Untersuchung etwa eine Milliarde Nachrichten abfangen.

Drogen-Export nach Europa profitabel

Kristian Vanderwaeren, Generaldirektor des belgischen Zolls, erklärte jedoch vor Journalisten, dass selbst wenn die Beschlagnahmungen im Zusammenhang mit der Sky ECC-Operation aus den Daten für 2022 herausgerechnet würden, ein Anstieg der versuchten Kokain-Einfuhren zu verzeichnen sei.

Vanderwaeren sagte, dass der Versand von Drogen nach Europa für kolumbianische und andere Kartelle profitabler sei, da sie nicht mit den mexikanischen Kartellen zusammenarbeiten müssten. Denn diese würden dazwischen liegen und die meisten Gewinne aus den in die Vereinigten Staaten exportierten Drogen ziehen. Zudem sei der Einzelhandelspreis von Kokain in Europa höher.

Scanning-Fahrzeug hilft bei Kontrollen

Europol, die Polizeibehörde der Europäischen Union, die die Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden Europas koordiniert, bezeichnete Belgien und die benachbarten Niederlande in einem umfassenden Bericht im vergangenen Jahr als "Epizentrum" des Kokainmarktes in Europa.

In Antwerpen stellten die Zollbeamten auch ein neues mobiles Scanning-Fahrzeug vor, das bei den Kontrollen eingesetzt wird. Mit diesem können Scans in der Nähe von Containerschiffen durchgeführt werden, während die Fracht entladen wird.

Sehen Sie sich unseren Bericht im obigen Video an.