Impfen gegen Blasenentzündung? Immer mehr Ärzte tun das

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Eine Blasenentzündung lässt sich nicht nur mit Antibiotika behandeln. Auch impfen lassen kann man sich gegen die Infektionskrankheit. Immer mehr Ärzte wählen diesen Therapieansatz.

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Symbolbild: Getty Images

Blasenentzündungen sind schmerzhaft und schränken den Alltag extrem ein: Sehr viel häufiger als unter normalen Umständen müssen die Betroffenen Wasserlassen. Leichte Infektionen heilen häufig von selbst aus, schwere Verläufe können hingegen sogar zu einer Blutvergiftung führen. Die Behandlung erfolgt mittels Antibiotika. Es gibt aber auch eine Therapieform, die sich immer mehr durchsetzt: Einer Blasenentzündung kann mit einer Impfung vorgebeugt werden.

Für diesen Behandlungsansatz spricht sich auch der Urologe Al-Shurbaji aus. "Ich mache seit 13 Jahren gute Erfahrungen damit, Patienten zu impfen, die alle paar Wochen mit Blasenentzündungen kämpfen", sagt der Mediziner in einem Interview für das Gesundheitsportal aponet.de. "Innerhalb von drei Wochen wird ein Wirkstoff aus fünf abgetöteten Keimen drei Mal in die Muskulatur gespritzt. Auf diese Weise wird das Immunsystem angeregt sowie gestärkt."

Impfung: wirkungsvoll, aber teuer

Laut Al-Shurbaji könnten durch eine Impfung ein Jahr lang Infektionen ausbleiben. Danach müsste sie aufgefrischt werden. Der Urologe verweist auch auf ein Problem dieser Therapieform: Trotz der Tatsache, dass "immer mehr Urologen" eine Impfung anbieten würden, so der Arzt, übernehmen die Krankenkassen nicht die Behandlungskosten. Den Wirkstoff müssen die Patienten also selbst bezahlen. Der Preis: rund 50 Euro.

Derzeit gibt es mehrere Impfpräparate gegen chronische Blasentzündung, darunter StroVac und UroVaxom. Sie werden injiziert, können aber auch oral und vaginal verabreicht werden. Laut eines Berichts der Rundfunkanstalt SWR konnten je nach Wirkstoff wiederkehrende Infektionen um bis zu 50 Prozent reduziert werden.

Women wearing white sleepwear, Sitting on the toilet Hand holding the tissue, health care concept
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Doch nicht nur mit der Hilfe eines Arztes lässt sich die Infektionskrankheit vermeiden. Durch vorsorgliches Handeln kann jeder selbst dafür sorgen, dass es nicht zum Schlimmsten kommt. Die wohl einfachste Methode: viel Trinken, bis zu 1,5 Liter am Tag. Dazu Dr. Al-Shurbaji: "Am besten eine Wasserflasche auf den Schreibtisch stellen, damit man ans Trinken denkt."

Persönliche Vorbeugemaßnahmen

Die meisten Expertentipps richten sich an Frauen. Mit gutem Grund, sie sind weitaus häufiger von einer Blasenentzündung betroffen als Männer. Jede zweite Frau leidet mindestens einmal im Leben an der auch Zystitis genannten Erkrankung. Die Häufigkeit hat damit zu tun, dass die Harnröhre der Frau mit etwa drei Zentimetern wesentlich kürzer ist als die des Mannes (20 cm). Das heißt, Darmbakterien wie Escherichia coli haben es "leicht", so Al-Shurbaji, "auf diesem kurzen Weg in die Blase vorzudringen und sie zu reizen".

Daher gilt es für diese Risikogruppe, nicht nur viel zu trinken, sondern auch regelmäßig zur Toilette zu gehen. Das sollten sie rechtzeitig tun und nicht erst, so die Apotheken Umschau, wenn die Blase "prall voll ist." Auch rät das Magazin, die Blase "vollständig zu entleeren". Wasserlassen sollten Frauen auch und besonders nach dem Geschlechtsverkehr, am besten innerhalb von 15 Minuten. So werden Keime, die zu einer Infektion führen können, herausgespült.

Bei der Intimhygiene sollte nur warmes Wasser benutzt werden. Von Seife raten Experten ab, es sei denn, es handelt sich um pH-neutrales Duschgel. Generell sollte bei der Intimhygiene laut Al-Shurbaji nicht übertrieben werden. Denn: "Ausgiebige Reinigung stört die empfindliche Scheidenflora. Dabei bedürfen die Schleimhäute vor allem jenseits der Wechseljahre besonderer Pflege, weil sie durch hormonelle Veränderungen dünner und trockener werden."

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