Impfgegner Kardinal Burke schwer an Corona erkrankt

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Der US-amerikanische Kardinal Raymond Burke gehört zu den lautstärksten Corona-Kritikern der katholischen Kirche. Nun hat sich Burke selbst infiziert und ringt um sein Leben.

Der als Impfgegner bekannte Kardinal Raymond Burke muss in den USA nach seiner Corona-Infektion beatmet werden. (Bild: REUTERS/Alessandro Bianchi)
Der als Impfgegner bekannte Kardinal Raymond Burke muss in den USA nach seiner Corona-Infektion beatmet werden. (Bild: REUTERS/Alessandro Bianchi)

Der Kurienkardinal Raymond Burke hatte sich stets skeptisch über die Corona-Maßnahmen geäußert. Der 73-Jährige warnte vor einer Impfung, die auf "totalitäre Weise aufgezwungen" werde und kritisierte Gottesdienstverbote. Er wurde immer wieder ohne Maske in Rom gesehen und nannte Social-Distancing "un-göttlich". Burke verbreitete auch die Verschwörungstheorie, dass über die Impfung Mikrochips in den Körper implantiert werden könnten, mit denen der Staat die Menschen kontrollieren könne.

Burkes Zustand hatte sich zuletzt erheblich verschlechtert

Doch nun hat sich Burke selbst infiziert. Bei einem Besuch in Wisconsin war das Covid-19 Virus bei dem Kardinal festgestellt worden. Zunächst teilte der Kardinal seine Infektion über seinen Twitter-Account mit. Dort gab er sich optimistisch und schrieb, er werde bestens medizinisch versorgt und würde sich ansonsten der göttlichen Vorsehung anvertrauen. Zuletzt hatte sich sein Zustand allerdings erheblich verschlechtert. Auf Twitter teilte sein Team mit, dass er nun beamtet werden müsse und bat darum, den Rosenkranz für ihn zu beten. 

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Papst-Gegner und Trump-Freund

Burke ist für den Vatikan eine sehr ambivalente Figur. Immer wieder hat der 2010 von Papst Benedikt zum Kardinal ernannte Amerikaner sich gegen Papst Franziskus positioniert. Er stellte sogar mehrfach dessen Legitimität in Frage. Schließlich wurde er 2013 durch eine Versetzung aus der Kongregation der Bischöfe entfernt und durch die Ernennung zum Kardinalpatron des Malteserordens ein Jahr darauf faktisch durch den Papst entmachtet. Burke, der von 2003 bis 2008 Erzbischof von St. Louis war, soll enge Verbindungen zu Donald Trump und dessen rechts-konservativen Berater Steve Bannon pflegen. 

Bei Themen wie Migration oder Homosexualität gehört Burke zu den Hardlinern der katholischen Kirche. Dem US-amerikanischen Außenminister John Kerry verweigerte er einst die Kommunion wegen dessen Haltung zur Abtreibungsfrage. Mit Bannon gemeinsam hatte er eine Alt-Right-Akademie in einem alten Kloster bei Rom geplant, die schließlich von der italienischen Regierung untersagt wurde. 

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