#ImWithKap: Deshalb boykottierten einige Stars den Super Bowl

Der diesjährige Super Bowl bot für viele Stars Anlass zur Kritik. (Bild: AP Foto/David J. Phillip)

Während zahlreiche Stars am Sonntagabend beim Super Bowl mitfieberten, boykottierten einige Prominente die Veranstaltung – aus politischen Gründen.

Der Super Bowl 2019 war vielerorts mehr Politikum als Sport- und Showveranstaltung. Schon im Vorfeld war klar, dass der Umgang der National Football League (NFL) mit dem noch immer teamlosen Spieler Colin Kaepernick auch dieses Jahr für Kritik und Boykotte sorgen würde. Kaepernick war bei der NFL in Ungnade gefallen, nachdem er 2016 damit begonnen hatte, sich aus Protest gegen Polizeigewalt gegen Schwarze und Rassismus bei der US-Hymne niederzuknien. Er löste damit zum einen eine Solidaritätswelle von Mitspielern und der Öffentlichkeit aus, wurde aber zum anderen auch schwer kritisiert – und von der NFL, so die gängige Meinung von Kaepernick-Anhängern, fallen gelassen beziehungsweise auf die schwarze Liste gesetzt.

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Mehrere Prominente bekundeten unter dem Hashtag #ImWithKap ihre Solidarität – und erklärten, den Super Bowl zu boykottieren. So schrieb unter andere, die US-amerikanische Regisseurin Ava DuVernay, die Veranstaltung weder anschauen noch unterstützen zu wollen.


“Ich werde aus Protest gegen die rassistische Behandlung von Kaepernick und die andauernde Geringschätzung der Gesundheit und des Wohlbefindens ihrer Spieler weder als Gast noch als Fernsehzuschauerin oder Unterstützerin des heutigen Super Bowls am Spiel teilnehmen. Mir das Spiel anzusehen, bedeutet, gegen meine Glaubensgrundsätze zu verstoßen. Das ist es nicht wert. #ImWithKap”

Der Rapper Common zitierte die Bürgerrechtlerin Dr. Angela Davis, die ebenfalls Solidarität mit Kaepernick bekundet hatte.


“‘Ich akzeptiere nicht länger die Dinge, die ich nicht ändern kann. Ich ändere fortan die Dinge, die ich nicht akzeptieren kann’ – Dr. Angela Davis.”

Ebenfalls beim Boykott dabei: Sänger Nick Cannon, der zu Spenden für Kaepernicks Organisation “Know Your Rights Camp” aufrief.


“#ImWithKap #7Challenge ! Ich spende 7 Dollar an Colins Know Your Rights Camp. Die Nummer 7 symbolisiert Kaps Trikotnummer. Ich fordere euch auf, auch 7 Dollar an Know Your Rights Camp zu spenden und 7 andere zu nominieren, dasselbe zu tun. Geht auf KnowYourRightsCamp.com und klickt auf spenden.”

Sängerin Janelle Monáe teilte auf Twitter den Post von DuVernay und erklärte sich ebenfalls solidarisch, während die Drehbuchautorin Lena Waithe ein Bild von Angela Davis repostete.

Sänger Adam Levine und seine Band Maroon 5 waren der diesjährige Halbzeitshow-Act beim Super Bowl. (Bild: Foto AP/Mark Humphrey)

Kritik auch wegen der Show

Aber auch die Halbzeit-Show, in der die Pop-Band Maroon 5 mit den Rappern Travis Scott und Big Boi auftrat, missfiel dem einen oder anderen Star offensichtlich. Dabei war die Band keinesfalls die erste Wahl der Veranstalter. Stars wie Rihanna oder Cardi B wurden vor Adam Levines Truppe gefragt, sie lehnten jedoch aus Solidarität mit Kaepernick ab.

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Es war aber weniger die Musik der Gruppe, sondern eher der Oben-ohne-Auftritt von Sänger Adam Levine, der von Personen des öffentlichen Lebens, darunter auch von Sportjournalistin Jemele Hill, kritisiert wurde. Einige Promis ärgerten sich über die Art und Weise, wie Janet Jackson damals im Zuge der “Nipplegate-Affäre” behandelt wurde und wie die Öffentlichkeit auf Levine reagierte. Die Autorin Glennon Doyle thematisierte dies auf Twitter:


“Armer Adam, er zeigte seine Nippel beim Super Bowl und jetzt ist seine Karriere ruiniert wie die von Janet. OH WARTET MAL, egal.”

Die Schauspielerinnen Sophia Bush und Debra Messing teilten diesen Tweet.

Kollegin Amber Tamblyn nahm in einem Twitter-Post Bezug auf Kaepernick:


“Hallo da draußen, während ihr diese mittelmäßige Maroon-5-Halftime-Show genießt, erinnert euch bitte, dass eine Football-Legende auf die schwarze Liste dieses Sports gesetzt wurde, nur weil sie ihr Knie auf den Boden setzte, um dagegen zu protestieren, dass Schwarze ermordet werden. Genießt eure Popmusik!”

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