In diesen Fällen kann man FFP2-Masken von der Steuer absetzen

Sandra Alter
·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Im Januar wurde die Maskenpflicht bundesweit verschärft. In Teilen des öffentlichen Raums sind nur noch medizinische Masken erlaubt. Steuerlich absetzbar sind sie nicht immer.

Coins on a protective medical mask kn95 ffp2 on the background of sackcloth. A bunch of cents money. The concept of the financial economic crisis after the coronavirus pandemic
(Bild: Getty Images)

Um Corona weiter einzudämmen, müssen beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln medizinische Masken getragen werden. Darauf haben sich Bund und Länder am 19. Januar geeinigt.

Die bunten Stoffmasken haben somit weitestgehend ausgedient. Verbraucher haben die Wahl zwischen einfachen OP-Masken und den hochwertigeren FFP2-, KN95- oder N95-Masken.

Allerdings sind diese medizinischen Masken teurer als die aus Stoff und mancher fragt sich, ob sie sich von der Steuer absetzen lassen.

Medizinische Masken als Krankheitskosten geltend machen?

Auf Rezept sind medizinische Masken nicht zu bekommen, auch nicht für Risikopatienten. Sie müssen also privat finanziert werden. Aber in der Steuererklärung lassen sie sich nicht unter Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastungen absetzen, wie das etwa bei Brillen, Zahnersatz oder Akkupunktur möglich ist.

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Die Experten von Steuertipps.de erklären die Gründe: “Bei Krankheitskosten muss nachgewiesen werden, dass die Aufwendungen zwangsläufig, notwendig und angemessen sind. Der Nachweis erfolgt in der Regel durch die Verordnung eines Arztes oder Heilpraktikers für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel. Die Verordnung muss vor Beginn der Heilmaßnahme oder dem Erwerb medizinischer Hilfsmittel ausgestellt worden sein.” Das sei bei einem Mund-Nasen-Schutz jedoch nicht gegeben und komme deshalb nicht als außergewöhnliche Belastung in Betracht.

Ausnahme mit ärztlichem Attest

Eine Ausnahme könne aber für Menschen mit Vorerkrankungen, insbesondere schweren Lungenerkrankungen wie Mukoviszidose oder COPD gelten, so die Steuerexperten. Sie raten Menschen mit solchen Erkrankungen, sich von ihrem Arzt bestätigen zu lassen, dass das Tragen einer medizinischen Maske während der Pandemie unerlässlich ist. Eigentlich sei auch in solchen Fällen vor der Anschaffung ein Attest einzuholen. “Wir denken aber, dass die Chancen gut stehen, dass die Finanzämter hier auch ein erst im Lauf des Jahres 2020 ausgestelltes Attest anerkennen.”

Maskenpflicht am Arbeitsplatz

Viele Arbeitnehmer sind auch am Arbeitsplatz verpflichtet, eine Maske zu tragen. Das kann an langen Arbeitstagen schnell ins Geld gehen. Denn die Masken sollen schließlich regelmäßig gewechselt werden, spätestens dann, wenn sie durchfeuchtet sind.

FFP2 statt Stoffmaske: Was ist der Unterschied?

Viele Arbeitgeber stellen ihren Angestellten kostenlose Masken zur Verfügung. Müssen Arbeitnehmer die dann als “geldwerten Vorteil” versteuern? Nein, so die Experten von Steuertipps.de. Der Arbeitgeber handele “beim Zur-Verfügung-Stellen der Masken im sogenannten eigenbetrieblichen Interesse”, so dass kein geldwerter Vorteil entstehe.

Masken als Werbungskosten absetzen

Wer am Arbeitsplatz Maske tragen muss und die auf eigene Kosten anschafft, könnte Chancen haben, die als Werbungskosten unter Schutzkleidung abzusetzen. Das würde aber nur dann Sinn machen, wenn Steuerzahler über dem ohnehin angerechneten Werbungskostenpauschbetrag (berufliche Auslagen) von 1.000 Euro liegen.

Ob das Finanzamt die Kosten anerkennt, sei aber noch unklar. Das sei eine von vielen noch nie dagewesenen Fragen und das Gegenargument könne lauten, dass die Masken auch privat getragen werden, so die Experten. “Versuchen können Sie es natürlich trotzdem. Wir halten dann eine ,Einmal-Maske‘ pro Arbeitstag für vertretbar. Der Fiskus kann Sie nicht zwingen, mehrfach verwendbare, waschbare Stoffmasken anzuschaffen, um Kosten zu sparen”.

Wer die Kosten ansetzen will, sollte aber in jedem Fall die Kaufbelege aufbewahren, falls das Finanzamt sie sehen will.

VIDEO: Videografik: So schützen FFP2- und OP-Masken