In "Watchmen" ist Robert Redford Präsident: So sehen seine politischen Ansichten in der realen Welt aus

In der Serie “Watchmen“ ist der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika niemand Geringeres als Robert Redford - oder zumindest eine fiktionalisierte Version von ihm. Was für eine Art Präsident würde der echte wohl abgeben? Der Hollywood-Star hält mit seiner politischen Überzeugung jedenfalls nicht hinter dem Berg. Gerade mit Donald Trump hat er so seine Schwierigkeiten.

Robert Redford als Präsident? In der Serie "Watchmen" ist das jedenfalls so. (Bild: ddp images)

Das “Watchmen“-Universum wird von Superhelden bevölkert, deren Existenz die politischen Machtverhältnisse in der Welt maßgeblich beeinflusst und somit auch den Verlauf der uns bekannten Geschichte verändert hat. Die Folge: US-Präsident Richard Nixon blieb einst wesentlich länger im Amt - und sein Nachfolger wurde Robert Redford.

Im realen Leben regiert bekanntlich Donald Trump, während Redford weiterhin als Schauspieler arbeitet - zuletzt im Superhelden-Blockbuster “Avengers: Endgame”. Nichtsdestotrotz ist Redford ein politisch überaus engagierter Mensch, der klar Stellung bezieht. Gerade erst hat er in einem Beitrag für den US-Sender NBC seine Sicht auf Donald Trump kundgetan. “Wir befinden uns in einer Krise, die ich zu meinen Lebzeiten nie erwartet hätte“, sagt der Hollywood-Star. Angesichts der Tatsache, dass US-Präsident Trump Werte wie die Pressefreiheit und das Rechtsstaatsprinzip bedrohe, sei die Lage “höchst beunruhigend“.

Weiter sprach er von einer “verkappten Monarchie“, die unter dem derzeitigen US-Präsidenten herrsche und sagte, die USA würden aktuell als die “Gespaltenen Staaten von Amerika“ angesehen. Im Hinblick auf die Präsidentschaftswahl 2020 appellierte der Oscar-Gewinner an die Wähler, “den Kurs des Desasters“ zu ändern.

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Die Demokratie muss verteidigt werden

Nicht das erste Mal, dass Redford, ein Liberaler und Umweltaktivist, Kritik an der aktuellen Politik übt. Mit Blick auf seine Rolle in “Die Unbestechlichen“, in der er 1976 einen der Journalisten der “Washington Post“ spielte, die Richard Nixon wegen der “Watergate“-Affäre zu Fall brachten, schrieb Redford 2017 einen Beitrag für die “Washington Post“. Redford schrieb, er erkenne einige Parallelen zur damaligen Zeit. Um die Demokratie zu verteidigen, sei damals ebenso wie heute die Bedeutung einer freien und unabhängigen Presse wichtig.

Wörtlich hieß es in dem Artikel: “Wenn Präsident Trump davon spricht, mit den Medien in einem 'ständigen Krieg' zu sein und sie zu den 'meist unehrlichsten Menschen auf der Erde' zählt, dann erinnert seine Sprache an die falschen Anschuldigungen der Nixon-Regierung gegen den 'schäbigen' Journalismus“. Damals hätte sich das System der Gewaltenteilung in den USA bewährt, so Redford weiter. Heute allerdings herrsche ein heikles Verhältnis zur Wahrheit vor. Er verwies auf eine Aussage von Nixons früherem Rechtsberater John Dean, der gesagt hatte: “Die Wahrheit wird immer ans Licht kommen.“ Er schloss mit der Feststellung, dass man da inzwischen nicht mehr so sicher sein könne.

Umweltaktivist Robert Redford nahm auch Obama in die Pflicht

Dabei ist der Republikaner Trump nicht der einzige Präsident, der Redfords Kritik abbekommt. 2013 trat Redford in mehreren Fernsehspots der Umweltschutzorganisation Natural Resources Defense Council (NRDC) auf, in denen er den Demokraten Barack Obama dazu aufforderte, die Treibhausgasemissionen in den USA zu senken.

Redford ist seit mehr als 30 Jahren für die Umweltschutzorganisation im Einsatz und gründete in den frühen Achtzigerjahren das Robert Redford Institute for Resource Management. Dort beschäftigen sich Experten mit Forschung und Entwicklung von umweltschützenden Maßnahmen und bemühen sich um einen besseren Dialog zwischen Umweltschutzorganisationen und der Industrie. Wie Umweltschutz gelebt werden kann, erleben übrigens Gäste von Redfords “Sundance Resort“ in Utah, das streng ökologisch bewirtschaftet wird.

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Redford ist ein Unterstützer indigener Völker

Zudem macht sich Redford für die Rechte der indigenen Bevölkerung in den USA stark. 2013 kämpfte er zum Beispiel gegen die Versteigerung von Masken der US-amerikanischen Hopi, deren Stamm etwa 18.000 Menschen angehören. Aus ihrer Sicht stellte der Verkauf der Masken “ein Sakrileg“ dar, wie Redford es in einem Unterstützerschreiben formulierte. Außerdem hat Redford mit dem “Sundance Film Festival” ein Filmfest etabliert, das abseits der Hollywood-Maschinerie funktioniert und unabhängige Filmemacher unterstützt.

Insgesamt kann man sagen, dass Redford als Verfechter demokratischer Grundwerte wie der Pressefreiheit und mit seinem Bestreben, Umwelt und Natur ebenso zu schützen wie Minderheiten, so ziemlich das Gegenteil dessen verkörpert, wofür Donald Trump steht. Wie er sich wohl im realen Leben als US-Präsident schlagen würde...?

“Watchmen” ist immer montags um 20.15 Uhr auf Sky Atlantic HD zu sehen.