Indonesien: Die Hauptstadt Jakarta droht unterzugehen

Die indonesische Hauptstadt Jakarta droht unterzugehen.

40 Prozent der Fläche befinden sich mittlerweile unter dem Meeresspiegel. Überschwemmungen sind zwar während der Regenzeit üblich. Aber es wird erwartet, dass sie infolge des Klimawandels häufiger auftreten. Und die Stadt wird immer wieder von Erdbeben und Tsunamis heimgesucht.

Außerdem hat die 30 Millionen-Metropole - trotz einer neuen U-Bahn - enorme Verkehrsprobleme.

Die Hauptstadt soll verlegt werden

Deshalb will Indonesien seine Hauptstadt verlegen. Neuer Regierungssitz soll die Insel Borneo werden. Dies kündigte Präsident Joko Widodo am Donnerstag auf Twitter an.

Auf einer Pressekonferenz sagte er zum Wechsel des Regierungssitzes:

"Eine Hauptstadt ist nicht nur ein Symbol für nationale Identität, sie stellt auch den Fortschritts eines Landes dar. Es geht um wirtschaftliche Gleichheit und Gerechtigkeit. Das ist die Vision für ein fortschrittliches Indonesien."

Ziel ist es, bis 2024 eine neue Hauptstadt zu haben.

Künstliche Inseln und eine Ufermauer

Unterdessen wird nach Lösungen für Jakarta gesucht:

In der Bucht vor der Stadt sollen künstliche Inseln als Wall gegen die Javasee dienen.

Außerdem wurde eine große Küstenmauer genehmigt. In besonders bedrohten Vierteln wie Rasdi wurde bereits eine Betonmauer errichtet.

Anwohner berichten, dass die Situation seitdem besser ist. Rastini, 40 Jahre alt, sagt:

"Jetzt ist es besser, wegen der Ufermauer. Die ist hilfreich. Die Überschwemmungen halten sich also in Grenzen. Morgens kommt Hochwasser, abends lässt es nach. Am nächsten Morgen ist es dann wieder überflutet."

Und Rasdi, der einen Lebensmittelstand hat, erzählt:

"Heute bin ich nicht mehr so nervös wegen der Überschwemmungen. In der Vergangenheit, als die Überschwemmungen kamen, zitterte ich immer. 2007 wäre ich fast ertrunken, alle meine Sachen wurden weggefegt und ich musste von vorne anfangen."

Dauerhafte Lösungen fehlen

Laut Experten ist die Ufermauer allerdings keine dauerhafte Lösung. Man müsse auch neue Wege der Wasserversorgung finden, denn es wird zu viel Grundwasser entnommen.

Bereits jetzt dringt schon wieder Wasser in die von der Mauer geschützten Straßen.