Indonesischen Behörden ist der Valentinstag ein Dorn im Auge

Kein Herz für Verliebte: In der indonesischen Stadt Makassar sind nach Behördenangaben ein Deutscher und seine indonesische Partnerin in einem Hotel festgenommen worden, weil sie nicht verheiratet sind. In mehreren Teilen des überwiegend muslimischen Landes gingen die Behörden mit Blick auf den Valentinstag strikt gegen aus ihrer Sicht ungebührliches Verhalten vor. In der südwestlichen Stadt Makassar wurden bei Razzien in Hotels und Gästehäusern am Donnerstagabend zwei Dutzend nicht verheiratete Paare festgenommen.

Nachdem die Liebespaare über die Übel vorehelichen Geschlechtsverkehrs aufgeklärt wurden, seien sie wieder auf freien Fuß gesetzt worden, sagte Iman Hud, Leiter des örtlichen Ordnungsamtes der Nachrichtenagentur AFP. Fünf Sexarbeiterinnen hatten weniger Glück. Sie wurden demnach in Besserungszentren geschickt. "Wir müssen die Öffentlichkeit daran erinnern, unsere Kultur und Moral zu ehren", sagte Hud.

Die Behörden kontrollierten zudem, ob Geschäfte Kondome offen oder an Minderjährige verkaufen. Präservative seien nur "für verheiratete Erwachsene", sagte Hud. Makassars Bürgermeister Mohammed Ikbal Samad Suhae erklärte, das strenge Vorgehen sei notwendig, um zu verhindern, dass die Stadt durch zügellosen Sex und Drogenkonsum gelähmt werde.

In Depok nahe der Hauptstadt Jakarta warnten die Behörden Jugendliche unter Androhung von Sanktionen vor jeglicher Valentinstags-Romantik. In der besonders konservativen Provinz Aceh rief die Provinzregierung die Bewohner auf, den Tag der Liebenden nicht zu feiern und Verstöße zu melden. Islamische Geistliche wurden aufgefordert, über die "Gefahren" des Valentinstags aufzuklären.

Der Valentinstag ist in Teilen der indonesischen Gesellschaft umstritten. Viele islamische Geistliche und konservative Indonesier lehnen ihn ab, da er ihrer Ansicht nach vorehelichen Sex fördert. In gemäßigteren Kreisen wird er hingegen mit Schokolade und Blumen gefeiert.