Indonesisches Gericht wandelt Todesstrafe für Franzosen in Haftstrafe um

Ein indonesisches Gericht hat die Todesstrafe für einen Franzosen wegen Drogenschmuggels in eine Haftstrafe umgewandelt. Der Anwalt des 35-jährigen Félix Dorfin sagte am Freitag der Nachrichtenagentur AFP, das Hohe Gericht in Mataram auf der Urlauberinsel Lombok habe das Todesurteil aufgehoben und Dorfin zu 19 Jahren Haft verurteilt.

Ein anderes Gericht auf Lombok hatte den Franzosen im Mai zum Tode verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte nur 20 Jahre Haft gefordert. Ob sie das neue Urteil anfechten wird, war am Freitag noch unklar. "Wir werden uns beraten und dann entscheiden, ob wir Rechtsmittel einlegen oder nicht", sagte Staatsanwalt Ginung Pratidina.

Dorfin war im September 2018 am Flughafen von Lombok mit einem Koffer mit doppeltem Boden festgenommen worden, in dem sich mehr als drei Kilogramm Drogen befanden. Sein Anwalt hatte ihn im Prozess als "Opfer" dargestellt - Dorfin habe den genauen Inhalt des Koffers, den er transportierte, nicht gekannt.

Im Januar sorgte der 35-Jährige mit einem spektakulären Ausbruch aus der Haftanstalt der Insel für Furore: Er durchsägte die Gitterstäbe und seilte sich dann an einem Sarong aus dem zweiten Stock ab. Dabei soll ihm eine Aufseherin gegen Geld geholfen haben. Erst nach knapp zwei Wochen auf der Flucht wurde Dorfin wieder geschnappt.

Indonesien ist bekannt für seine harschen Strafen für Drogenvergehen. Auch zahlreiche Ausländer sitzen im Todestrakt, darunter seit sechs Jahren auch die britische Großmutter Lindsay Sandiford und seit zwölf Jahren der Franzose Serge Atlaoui. Die Höchststrafe wird an Ausländern aber nur selten vollstreckt. 2015 waren die beiden mutmaßlichen Anführer der Drogengang "Bali Nine", die Australier Andrew Chan und Myuran Sukumaran, hingerichtet worden.