Die IndyCar-Woche: Grid-Strafen für Motorwechsel und mehr

Mario Fritzsche

Ob Fernando Alonso auch in diesem Jahr einen Versuch starten wird, beim Indy 500 mitzufahren, ist weiterhin offen. Der Spanier hat inzwischen Absagen vorliegen von Andretti, von Carpenter und von Ganassi. Die größten Chancen auf ein Cockpit für den IndyCar-Saisonhöhepunkt 2020 werden ihm nun ausgerechnet bei McLaren SP eingeräumt. Das Kuriose dabei: Ende Januar hatte McLaren die Trennung von Alonso verlautbart.

Alonsos Sorgen sind welche, die Scott McLaughlin nicht kennt. Der Neuseeländer, seines Zeichens zweimaliger und amtierender Champion der Australischen Supercars-Serie, plant für 2021 mit einem Vollzeitwechsel in die IndyCar-Serie. Sein Renndebüt gibt er im Mai dieses Jahres beim Grand Prix von Indianapolis. Weitere Rennen im vierten Penske-Chevrolet (Startnummer 2) sind möglich, sofern sie sich nicht mit dem Supercars-Kalender überschneiden.

Darauf, dass man im DJR Team Penske in Australien die Speerspitze im kommenden Jahr wohl komplett in Richtung des IndyCar-Teams von Penske verlieren wird, hat sich Team-Mitbesitzer Dick Johnson bereits eingestellt. "Wir wissen, was er vorhat. Er wird komplett hinüberwechseln, aber das wird garantiert nicht dieses Jahr sein", wird Johnson von der offiziellen Supercars-Website zitiert.

Dick Johnson (li.) ermutigt Scott McLaughlin zum Vollzeit-Wechsel in die USA

Dick Johnson (li.) ermutigt Scott McLaughlin zum Vollzeit-Wechsel in die USA Edge Photographics

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Die inzwischen 74-jährige Supercars-Größe (selber fünfmaliger Champion) legt McLaughlin ab 2021 keine Steine in den Weg: "Ich ermutige ihn zu diesem Schritt, denn die Karrieren werden heutzutage immer kürzer und er muss das Beste aus seiner machen. Er hat noch eine ganze Menge Jahre vor sich und ich bin überzeugt, dass er die nutzen wird. Es ist eine große Ehre, nach Übersee wechseln zu können und so etwas [IndyCar] zu machen."

Am vergangenen Wochenende belegte McLaughlin in den beiden Rennen beim den zweiten und ersten Platz. Damit ist er auf der Jagd nach seinem dritten Titel in Folge abermals Tabellenführer. Weiter geht die Supercars-Saison am 14./15. März im Rahmenprogramm des Formel-1-Saisonauftakts in Melbourne.

Fotos: Supercars-Saisonauftakt 2020 in Adelaide

Während die Supercars-Saison 2020 bereits begonnen hat, steht der IndyCar-Saisonauftakt 2020 noch bevor. Dieser steigt in St. Petersburg (Florida) am selben Wochenende wie der Formel-1-Saisonauftakt. Und wie in der Formel 1, so wird es auch in der neuen IndyCar-Saison Grid-Strafen für Motorwechsel geben. Derartige Strafen gab es in der IndyCar-Serie zuletzt 2013. Ab sofort aber sind für jedes Auto, das auf Vollzeitbasis gemeldet ist, nur noch vier Motoren straffrei erlaubt.

Die IndyCar-Serie fährt mit 2,2-Liter-V6-Turbomotoren von Chevrolet und Honda

Die IndyCar-Serie fährt mit 2,2-Liter-V6-Turbomotoren von Chevrolet und Honda LAT

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Bei Überschreitung des Kontingents sieht das neu verfasste IndyCar-Reglement eine Rückversetzung um sechs Startplätze auf permanenten Rundkursen und Stadtkursen, aber um neun Startplätze auf Ovalen vor. Greifen werden die Strafen aber erst am Rennwochenende nach dem der Motorwechsel vollzogen wurde. Das heißt, findet beispielsweise beim Grand Prix von Portland ein Motorwechsel statt, der das Kontingent von vier überschreitet, muss der betreffende Fahrer beim Saisonfinale in Laguna Seca sechs Startplätze nach hinten.

Und noch etwas ist in der IndyCar-Saison 2020 neu. Die Fahrerbesprechung vor dem Rennen wird nicht mehr nur beim Indy 500, sondern ab sofort bei allen Rennen, öffentlich ausgetragen. Diese Maßnahme für mehr Fan-Nähe geht auf den neuen IndyCar-Besitzer Roger Penske zurück. Für den Indianapolis Motor Speedway, den der 83-jährige "Captain" mit seiner Penske Entertainment Corporation gleich mit übernommen hat, wurden bereits umfangreiche Neuerungen für den Mai 2020 präsentiert. Öffentliche Fahrerbesprechungen gibt es seit Jahren nicht nur beim Indy 500, sondern auch in der NASCAR.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.