Inflation in der Eurozone geht weiter zurück - auf 9,2% (Eurostat)

Die Inflation in der Eurozone hat sich im Dezember stärker als erwartet abgeschwächt, trotzdem haben die europäischen Verbraucher:innen weiter mit steigenden Lebenshaltungskosten zu kämpfen. Das geht aus neuen Zahlen des Statistischen Amts der Europäischen Union "Eurostat" hervor.

Einen Hoffnungsschimmer zeigen die neuesten Zahlen: die Verbraucherpreise sind so langsam wie seit August nicht mehr gestiegen, die jährliche Inflationsrate wird Ende Dezember in der Eurozone auf 9,2 Prozent geschätzt.

Wir sehen jetzt eine Trendwende bei der Inflation.

Zsolt Darvas ist Wirtschaftswissenschaftler und Senior Fellow bei der Denkfabrik Bruegel:

"Wir sehen jetzt eine Trendwende bei der Inflation. Ich schätze die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ein, dass die Inflation 2023 weiter zurückgehen wird. Die Hauptgründe dafür sind erstens sinkende Energiepreise, was bedeutet, dass die Kosten für die Unternehmen und auch für den Handel sinken und kein Druck zu Preiserhöhungen besteht. Zweitens sind die Löhne weit weniger gestiegen als die Inflation, was bedeutet, dass die geringere Kaufkraft zu weniger Konsum von Waren und Dienstleistungen führt".

Seit Russland den Krieg in der Ukraine begonnen hat, werden die Verbraucher:innen in ganz Europa von steigenden Energiekosten geplagt - und die Energiekosten sind nach wie vor ein Haupttreiber der Inflation. Die jüngsten Zahlen deuten aber darauf hin, dass sich auch dieser Trend vorerst abschwächt.

Gegenüber Dezember 2021 war Energie knapp 26 Prozent teurer, im November lag die Preissteigerung in Deutschland noch bei fast 35 Prozent, in der Eurozone sogar bei über 41 Prozent. Bei Lebensmitteln war der Preisrückgang verhaltener, von knapp 14 % auf 12 im letzten Monat.

Insgesamt ist Westeuropa noch glimpflich davongekommen, hier lag die Inflationsrate zwischen 6 und 10 Prozent.Spanien (5,6 %), Luxemburg (6,2 %) und Frankreich (6,7 %) verzeichneten die niedrigsten Inflationsraten in der gesamten Union, während Lettland (20,7 %), Litauen (20 %) und Estland (17,5 %) erneut die höchsten Werte aufwiesen.