Influencerin macht den Test: Was Amazon alles über Alexa-Kunden weiß

·Freie Autorin
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Sprachassistenten und Datenschutz - ein Thema, über das sich viele Kunden jedoch immer noch nicht viele Gedanken machen. Wie viele Daten Amazon über die KI-Sprachsoftware Alexa tatsächlich sammelt, stellte eine TikTokerin auf die Probe. Über das Ergebnis war nicht nur sie schockiert, sondern auch Millionen Social-Media-User.

Smart-Speaker wie der Amazon Echo sind zwar praktisch, wahren aber nicht unbedingt die Privatsphäre (Bild: Olly Curtis/Future via Getty Images)
Smart-Speaker wie der Amazon Echo sind zwar praktisch, wahren aber nicht unbedingt die Privatsphäre (Bild: Olly Curtis/Future via Getty Images)

Eine US-TikTokerin, die unter dem Alias @my.data.not.yours Videos auf der Social-Media-Plattform postet, besitzt eigenen Angaben zufolge drei Smart Speaker von Amazon: zwei Dot und einen Echo, die alle mit dem Sprachassistenten Alexa verknüpft sind. Nun forderte sie von Amazon sämtliche Daten an, die das Versand- und Technik-Unternehmen von ihr besitzt, wie sie in einem viralen Video erklärt.

Tausende von Sprachaufnahmen

Ihr wurde daraufhin eine Zip-Datei geschickt, die mehrere Ordner enthielt. Die Influencerin klickte auf den Ordner mit Audio-Dateien und fand satte 3534 Sprachaufnahmen darin, die in ihrem Zuhause aufgenommen wurden. 

Als Beispiel spielt sie eine kurze Aufnahme ab, auf der sie ankündigt, das Licht anzumachen. Eine banale Information zwar, doch die Tatsache, dass ein Großkonzern derart viele private Aufnahmen besitzt, beschreibt die TikTokerin als "unheimlich". 

Was Amazon sonst noch alles weiß

Noch beunruhigender wurde es, als sie weiter in den Dateien stöberte und ein Ordner namens "Kontakte" fand. "Wie sich herausstellt, haben sie eine vollständige Liste der Kontakte auf meinem Smartphone, und ich kann mich nicht daran erinnern, die synchronisiert zu haben." 

Eine weitere, sehr entscheidende Information, "von der ich nicht begeistert bin, dass die sie haben", ist der genaue Standort der Smart-Speaker, wobei die Influencerin zugibt, dass sie sich das hätte denken können. Am Ende des Videos sagt die Frau, die oft Videos über Technik und Datenschutz macht: "Ich fühle mich nicht hundertprozentig wohl mit den Informationen, die sie haben." 

Das sagt Amazon selbst 

Mehr als 2,7 Millionen Mal wurde das Video bereits angesehen. In den Kommentaren mischt sich Entsetzen mit Tadel. "Wozu Stasi, wenn man Alexa hat", heißt es dort unter anderem, oder: "Es ist unheimlich, dass Kunden nicht wissen, dass Amazon sie mit Echo und Dot Daten aufnimmt und diese Aufnahmen speichert." Andere wiederum schreiben: "Seid ihr davon ernsthaft überrascht?" Ein weiterer fand: "Die Tatsache, dass du das nicht wusstest, sagt mehr über dich als über Amazon." Und: "Wenn du so viel über diese technischen Geräte weißt und was sie tun, warum hast du dann überhaupt Sprachassistenten?" 

Amazon selbst gab auf Nachfrage der "New York Post" an: "Wir bieten Kunden volle Transparenz und Kontrolle über ihre Alexa-Erfahrung. Kunden können ihre Sprachaufnahmen ganz leicht nachprüfen und löschen oder zu jedem Zeitpunkt wählen, sie gar nicht erst aufnehmen zu lassen."

Smartphone-Kontakte würden übertragen werden, damit diese mit Hilfe von Alexa angerufen oder kontaktiert werden könnten. Dies könnte jedoch jederzeit abgeschaltet werden. Auch die Geräte-Ortung könne deaktiviert werden. 

Für TikTok-User, die betonen, dass derartige Geräte nicht benutzt werden sollten, hatte die Influencerin übrigens ein weiteres Video über die Datenschutz-Richtlinien der TikTok-App parat: Neuerdings sei darin enthalten, dass das Unternehmen biometrische Daten wie Gesichts- oder Stimmcharakteristika speichern dar. 

Video: Medizin im Smart Speaker: Alexa, schlägt mein Herz regelmäßig?

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