Inselstaat versinkt: Außenminister von Tuvalu hält Rede im Meerwasser

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Die Pazifikinseln sind besonders stark vom Klimawandel betroffen. Mit einer eindrücklichen Aktion hat der Außenminister von Tuvalu nun vor dem drängenden Problem gewarnt. Seine Rede für den UN-Klimagipfel in Glasgow hielt Simon Kofe im Meerwasser stehend.

Funafuti atoll Tuvalu only 15 feet above sea level at the highest point.
Der Inselstaat Tuvalu versinkt allmählich im Pazifik. (Bild: Getty Images)

Mit einer eindrücklichen Aktion hat der Außenminister von Tuvalu, Simon Kofe, auf die Folgen des Klimawandels für den Inselstaat im Pazifischen Ozean aufmerksam gemacht. In seiner Rede für den UN-Klimagipfel in Glasgow, die er im Meerwasser stehend hielt, fordert der Politiker ein entschiedenes Handeln gegen die steigenden Meeresspiegel. Die Botschaft hinter der Umsetzung des Appells: Sein Land wird im Wortsinn untergehen, wenn die Welt nichts gegen die Erderwärmung unternimmt.

"Tuvalu ist mit dem Klimawandel und steigendem Meeresspiegel konfrontiert, während Sie mich heute beim COP26 sprechen hören", sagt Kofe in seiner vom Fernsehsender TVBC gefilmten Rede. Der Politiker trägt einen blauen Anzug, ein weißes Hemd und eine Krawatte. Indem die Kamera langsam rückwärts fährt, offenbart sich allmählich die Umgebung, in der er sich befindet: Er steht hüfttief im Wasser. Für Reden gebe es keine Zeit mehr, appelliert der Außenminister an die Weltgemeinschaft, der Klimaschutz müsse endlich in den Vordergrund rücken.

Die Rede hielt Kofe nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters auf Fongafale, der Hauptinsel des Atolls von Tuvalu, Funafuti. Sie soll heute Medienberichten zufolge im Rahmen UN-Klimakonferenz in Glasgow, auch COP26 genannt, ausgestrahlt werden. Der von Großbritannien in Kooperation mit Italien veranstaltete Gipfel findet in der schottischen Stadt seit 31. Oktober bis 12. November statt.  

Große Sorge der Inselstaaten

Die pazifischen Inselstaaten sind von den Folgen der Klimawandels besonders stark betroffen. Die Bewohner leiden schon heute unter extremen Wetterereignissen und steigenden Meeresspiegeln. Die Klimakrise drohe zum Verlust von "Millionen von Menschenleben, Häusern und Lebensgrundlagen im Pazifik und weltweit" zu führen, warnte im August Henry Puna, Generalsekretär des Forums der Pazifikinseln. Regierungen und Großunternehmen könnten nicht länger die Stimmen derjenigen ignorieren, die unter der existenziellen Krise litten.

Auch der Finanzminister von Tuvalu, Seve Paeniu, läutete unlängst die Alarmglocken. "Inseln verschwinden", sagte der Politiker im Interview mit Reuters anlässlich der UN-Klimakonferenz. Zusammen mit Politikern der pazifischen Inselstaaten Fiji und Palau reiste er in die Hafenstadt, um die Welt auf das drängende Problem aufmerksam zu machen. Paeniu warnt: Die Pazifikinseln würden "buchstäblich versinken".

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