Viertelfinale gegen die Niederlande - Erdogan und Özil im Stadion - viele Türkei-Fans zeigen Wolfsgruß bei Nationalhymne

Mesut Özil sitz beim EM-Viertelfinale Niederlande gegen die Türkei schräg hinter dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.<span class="copyright">IMAGO/Shutterstock</span>
Mesut Özil sitz beim EM-Viertelfinale Niederlande gegen die Türkei schräg hinter dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.IMAGO/Shutterstock

Die Türkei erhält im EM-Viertelfinale ganz besondere Unterstützung. Präsident Erdogan ist unter den Zuschauern im Olympiastadion. Auch Mesut Özil ist im Stadion. Türkische Fans zeigten während der Hymne den Wolfsgruß.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist wie angekündigt nach Berlin gereist, um nach dem Wolfsgruß-Eklat seinem Team im EM-Viertelfinale gegen die Niederlande den Rücken zu stärken. Im dunklen Anzug und mit roter Krawatte saß der 70-Jährige am Samstagabend zusammen mit Ehefrau Emine im Berliner Olympiastadion auf der Tribüne.

Erdogan war erst kurz vor Anpfiff in der Hauptstadt gelandet und sollte unmittelbar nach dem Spiel wieder zurückfliegen. Für den Kurzbesuch hatte er extra seine geplante Reise nach Aserbaidschan abgesagt, wie die Deutsche Presse-Agentur aus informierten Kreisen erfahren hatte.

Laut Teammanager Hamit Altintop hat der Besuch allerdings nichts mit der Wolfsgruß-Debatte zu tun. "Das war schon vorher abgesprochen, dass unser Staatschef zu diesem Spiel kommen wollte. Das hat mit dem Vorfall oder der Entscheidung der Uefa gar nichts zu tun", sagte der ehemalige Bundesligaprofi bei MagentaTV.

Erdogan und Özil nach im Stadion - Türkei-Fans zeigen Wolfsgruß bei Nationalhymne

Auch Mesut Özil war im Stadion. Auf Instagram postete der ehemalige Nationalspieler allerdings ein Video aus dem Stadion. Unmittelbar vor dem EM-Viertelfinale gegen die Niederlande formten tausende in rot-weiß gekleidete Anhänger mit beiden Händen das Symbol der "Grauen Wölfe" und kamen so einem Aufruf der Ultras nach.

Niederlande - Türkei, Finalrunde, Viertelfinale, Olympiastadion Berlin, Fans der Türkei zeigen während der Hymnen den "Wolfsgruß", dessen Ursprung einer rechtsextremistischen Bewegung zugeordnet wird<span class="copyright">dpa</span>
Niederlande - Türkei, Finalrunde, Viertelfinale, Olympiastadion Berlin, Fans der Türkei zeigen während der Hymnen den "Wolfsgruß", dessen Ursprung einer rechtsextremistischen Bewegung zugeordnet wirddpa

Gebracht hat der türkischen Mannschaft die Unterstützung durch Özil und Erdogan allerdings nicht: Zwar lagen sie lange vorne, mussten dann nach einem niederländischen Doppelschlag innerhalb weniger Minuten die Segel streichen.

Vor dem Spiel hatte der frühere deutsche Nationalspieler bei Instagram ein Bild des umstrittenen Wolfsgruß-Jubels des türkischen Nationalspielers Merih Demiral geteilt. Das Bild war einige Stunden vor dem EM-Viertelfinale des Teams gegen die Niederlande in einer Instagram-Story des 35-Jährigen zu sehen. Versehen war es mit einer Anfeuerung für die Türkei. Demiral war für die Geste von der Uefa für zwei Spiele gesperrt worden.

In einem weiteren Bild hatte Özil seinen Stadionbesuch angekündigt. Über ein Bild in seiner Story, das mutmaßlich ihn selbst in einem Anzug zeigt, schrieb er drei Worte "I am coming".

Mesut Özil hat in seiner Instagram-Story ein Bild samt Ankündigung gepostet.<span class="copyright">Instagram</span>
Mesut Özil hat in seiner Instagram-Story ein Bild samt Ankündigung gepostet.Instagram

 

Özil teilt Demirals Wolfsgruß auf Instagram - und macht Ankündigung vor Türkei-Spiel

Die einflussreiche Fan-Gruppe Ultraslan von Traditionsclub Galatasaray kündigte bei Instagram an, man könne es nicht abwarten, am Spieltag "als Tausende Graue Wölfe in Berlin und als Millionen in der Welt eine Antwort auf diese Gemeinheit zu geben".

Der 26 Jahre alte Demiral hatte beim 2:1 im Achtelfinale gegen Österreich nach seinem zweiten Treffer mit beiden Händen das Handzeichen und Symbol der „Grauen Wölfe“ geformt. Als "Graue Wölfe" werden die Anhänger der rechtsextremistischen "Ülkücü-Bewegung" bezeichnet, die in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Merih Demiral von der Türkei jubelt nach seinem zweiten Treffer zum 0:2.<span class="copyright">dpa</span>
Merih Demiral von der Türkei jubelt nach seinem zweiten Treffer zum 0:2.dpa

In der Türkei ist die ultranationalistische MHP ihre politische Vertretung und Bündnispartnerin der islamisch-konservativen AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Erdogan will das Spiel gegen die Niederlande besuchen.