Instagram-Models verhaftet, weil sie Kim Kardashian nachahmen

Die Models wurden verhaftet, da sie ohne Kopftuch, in „unzüchtigen Kleidern“ und mit Make-up in den sozialen Medien posierten. 

Kim Kardashian West, die derzeit von den iranischen Behörden untersucht wird, ist nur eine von vielen Personen, denen vorgeworfen wird, Frauen aus dem Nahen Osten zu korrumpieren.

Laut der International Campaign for Human Rights in Iran wurden vor kurzem acht Personen mit Verbindungen zur Modebranche von der Iranischen Revolutionsgarde verhaftet.

Das iranische Model Elnaz Golrokh posiert ohne ihr Kopftuch. Foto: Instagram

Die Regierungsbehörde, die dafür zuständig ist, das islamische System den Landes zu schützen und ausländische Einflüsse zu verhindern, beschuldigt den Reality-TV-Star, gemeinsam mit Kevin Systrom, dem CEO von Instagram, Iranerinnen zum Modeln zu motivieren.

Von allen Frauen, die Kardashian West kopierten und ohne Kopftücher, in unzüchtigen Kleidern und mit Make-up in den sozialen Medien posierten, wurden mehr als 100 entweder festgenommen oder verhört. Laut den strengen islamischen Gesetzen des Landes müssen Frauen ihre Haare in der Öffentlichkeit seit 1979 verdecken.

Die Überwachungsoperation, auch Spider II genannt, brachte 58 Models, 51 Modedesigner, 59 Fotografen und Make-up Artists und zwei Modeinstitute zu Tage, die dann von der Abteilung von Cyberkriminalität untersucht wurden. Die Untersuchungen hatten 29 Anzeigen und mehrere geschlossene Unternehmen zur Folge.

Mostafa Alizadeh, ein Sprecher des iranischen Zentrums zur Überwachung und Bekämpfung von organisierten Cyberverbrechen, das für die laufenden Untersuchungen zuständig ist, sagte, dass es Teil des Programms ist „populären Cyberspace zu sterilisieren“.

Golrokh wird von den Behörden verhört, da sie Make-up trug. Foto: Instagram

Elham Arab, ein Topmodel, das in sozialen Medien für ihre weißblonden Haare und Hochzeitsaufnahmen bekannt ist, wird die „Förderung westlicher sexueller Freizügigkeit“ vorgeworfen.

Sie erschien diese Woche vor einem Gericht in Teheran – mit braun gefärbten Haaren und in einen schwarzen Tschador gehüllt – und entschuldigte sich für ihre Taten. „Alle Menschen lieben Schönheit und Berühmtheit. Sie möchten gesehen werden, es ist aber wichtig, zu wissen, welchen Preis sie dafür bezahlen werden“, sagte sie in einer Aussage, die im nationalen Fernsehen übertragen wurde.

Dem Model Elham Arab wird vorgeworfen „westliche sexuelle Freizügigkeit zu fördern“. Foto: Instagram

Das Ehepaar Elnaz Golrokh und Hamid Fadaei, die gemeinsam rund 850.000 Follower haben (was im Iran, wo die App offiziell verboten ist, sehr viel ist), floh aus dem Land und lebt laut Iran Wire derzeit in Dubai.

Fadaei gehört zu den berühmtesten Gesichtern des Iran, während seine Frau, eine Make-up Artistin, mit Kylie Jenner verglichen wird. „Leider kann ich derzeit nicht im Iran aktiv sein, aber ich werde meine Arbeit außerhalb des Irans fortsetzen. Vielen Dank für eure Unterstützung und eure positive Energie. Ich liebe euch“, schrieb sie auf Instagram.

In einem anderen Post schrieb Golrokh, dass sie hofft, in Zukunft in das Land zurückkehren und die „aktuellsten internationalen Services, die das Niveau der Kosmetikbranche verbessern“ mitzubringen zu können.

„Diese Art der Unterdrückung und Einschüchterung raubt Iranern die kulturelle und künstlerische Vitalität, die ihnen gehört, und entfremdet die Jugend des Landes“, sagt Hadi Ghaemi, Geschäftsführer der International Campaign for Human Rights in Iran.

Golrokh möchte an vorderster Front der Kosmetikbranche im Iran stehen. Foto: Instagram

„Der Angriff der Revolutionsgarde auf die Modebranche des Iran zeigt die Angst der Hardliner, die versuchen, jeden Aspekt des Lebens der Menschen zu kontrollieren und jede Infragestellung ihres engstirnigen Weltbilds zu vernichten.“

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