Instagram und Werbung: Ist der Hype um Influencer-Marketing bald vorbei?

Larissa Kellerer
Freie Autorin

Das Phänomen Influencer: Menschen, die ihr Leben in den sozialen Netzwerken inszenieren, zahlreiche Fans haben und damit auch erfolgreich Geld verdienen. Eine neue Studie zeigt allerdings, dass der Einfluss von Influencern immer mehr abnimmt.

Ist die Zeit der Influencer nun vorbei? (Symbolbild: Getty Images)

Das Onlinemagazin “i-D“ beruft sich auf eine Untersuchung des Analyseunternehmen InfluencerDB, welche zeigt, dass die Interaktionsrate für gesponserte Posts im ersten Quartal 2019 auf knapp über zwei Prozent gesunken ist. Vor drei Jahren lag diese noch bei vier Prozent.

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Auch die Interaktionsrate für gesponserte Beitrage ist zurückgegangen. Sie liegt inzwischen bei ebenfalls knapp zwei Prozent, verglichen mit 4,5 Prozent vor drei Jahren. Generell lässt sich den Ergebnissen zufolge sagen, dass Influencer mit einer kleineren Reichweite von 1000 bis 5000 Abonnenten (sogenannte Nano-Influencer) eine höhere Interaktionsrate haben als Influencer mit über 5000 Abonnenten.

Die User haben sich an Influencer-Posts sattgesehen (Symbolbild. Getty Images)

Laut der Studie trifft der Rückgang auf Influencer aus allen Branchenkategorien zu, einschließlich Mode, Beauty, Food, Lifestyle und Unterhaltung. InfluencerDB ist der Ansicht, dass die Entwicklung auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass die Fans von gesponserten Posts bombardiert werden, verständlicherweise genervt sind und darüber scrollen. Nach einer Schleichwerbung-Klagewelle muss Werbung auf Instagram und Co. hierzulande mittlerweile offensichtlich gekennzeichnet werden.

Die neuen Forschungsergebnisse stimmen mit dem in diesem Jahr veröffentlichtem Streetwear Impact-Bericht von Hypebeast überein, in dem ebenfalls festgestellt wurde, dass Influencer an Wirksamkeit verlieren. Auch die Werbeagentur Jung von Matt hat bereits 2018 behauptet, dass der Hype um Influencer-Marketing vorbei ist.

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Es scheint ganz so, als ob viele Influencer und Unternehmen ihre Strategien überdenken müssen. So haben die Fans nicht nur ein größeres Bewusstsein für PR-Pakete, vielen Social-Media-Stars fehlt es zudem an Glaubwürdigkeit. Hinzukommt ein generell übersättigter Markt.

Auch eine Anfang des Jahres getätigte Ankündigung von Instagram sorgte dafür, dass viele sich gefragt haben, ob das Ende der Influencer eingeläutet wurde? Denn in Zukunft könnten Likes – quasi die Währung der Plattform, die über die Relevanz von Beiträgen und Nutzern entscheidet, keine Rolle mehr auf der Plattform spielen. In Kanada testet Instagram gerade eine Version, die Gefällt-mir-Angaben nicht mehr öffentlich anzeigt.

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