Institut: Schwangere gegen Grippe meist unzureichend geschützt

Bundesrat hat Verbesserungen für Schwangere beschlossen

In Deutschland sind schwangere Frauen meist nur unzureichend durch eine Impfung vor Grippe geschützt. Im Jahr 2014 waren im Bundesdurchschnitt nur elf Prozent der Schwangeren effektiv gegen Influenza geschützt, 2010 waren dies zehn Prozent, wie das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung am Donnerstag in Berlin mitteilte. Regional gibt es aber große Unterschiede. So liegt Sachsen-Anhalt bei den Impfraten deutlich vorn.

Infizieren sich werdende Mütter mit der echten Grippe, erkranken sie demnach schwerer als andere Frauen. Ihre Sterblichkeit und das Risiko einer Frühgeburt sind höher. Ist die Schwangere gegen Grippe geimpft, wirkt sich diese Immunisierung auch positiv auf das Neugeborene aus.

Die Säuglinge geimpfter Frauen müssen in den ersten sechs Lebensmonaten in der Regel seltener wegen schwerer Atemwegsinfektionen in einem Krankenhaus behandelt werden. Die Ständige Impfkommission empfiehlt daher seit 2010 für Schwangere eine jährliche Grippeschutzimpfung.

Das Zentralinstitut, das sich in Trägerschaft der Kassenärztlichen Vereinigungen befindet, wertete auf Basis bundesweiter ärztlicher Abrechnungsdaten den Impfstatus von jeweils rund 450.000 werdenden Müttern in den Jahren 2010 bis 2014 aus. Die Impfraten zwischen den Bundesländern schwankten danach im Jahr 2014 zwischen 24 Prozent in Sachsen-Anhalt und nur sechs Prozent in Bayern.

Noch ausgeprägter sind demnach die Unterschiede auf Kreisebene. Hier schwanken die Werte zwischen knapp einem Prozent in vier bayerischen Kreisen - Dingolfing, Garmisch-Partenkirchen, Kaufbeuren und Pfaffenhofen - und 30 bis 38 Prozent in drei Landkreisen in Sachsen Anhalt - Jerichower Land, Altmarkkreis Salzwedel und Börde - sowie dem niedersächsischen Kreis Helmstedt.

Die Experten führen diese Kluft auf unterschiedliche Einstellungen bei Bevölkerung und Ärzten gegenüber der Grippeimpfung "im Allgemeinen und bei Schwangeren im Besonderen" zurück. Dies müsse weiter untersucht werden.

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