„Intelligence Porn“: FBI-Chef erhebt schwere Vorwürfe gegen WikiLeaks

FBI-Direktor James Comey vor dem Justizausschuss des US-Senats. (Bild: AP Photo)

Die E-Mail-Affäre um Hillary Clinton nimmt einfach kein Ende. Noch ein halbes Jahr nach der Präsidentschaftswahl, bei der sich Donald Trump gegen die Demokratin durchsetzte, dominieren die Themen aus dem Wahlkampf die öffentliche Debatte in den USA. Dazu zählen nach wie vor die rund 30.000 E-Mails, die Clinton illegal über ihren privaten Server abwickelte.

In einer Anhörung vor dem Senat nahm nun FBI-Direktor James Comey dazu Stellung. Er verteidigte die Vorgehensweise seiner Behörde, in der heißen Phase des Wahlkampfes die laufenden Ermittlungen gegen Hillary Clinton publik gemacht zu haben. Am 28. Oktober – elf Tage vor dem Wahltermin – schrieb Comey einen Brief an den US-Kongress, dass die Ermittlungen gegen Clinton wieder aufgenommen werden würden.

Hillary Clinton hat in James Comey einen Schuldigen für ihre Wahlniederlage gefunden. (Bild: AP Photo)

Erst vor Kurzem machte die US-Demokratin das FBI für ihre Wahlniederlage im November mitverantwortlich: „Ich war dabei, zu gewinnen, bis Comey seinen Brief geschrieben hat und es die Veröffentlichungen des russischen WikiLeaks gab. Leute, die mich wählen wollten, wurden abgeschreckt“, sagte die Politikerin bei einer Veranstaltung in New York.

Doch Comey verteidigte seine Maßnahme nun im Justizausschuss des US-Senats. Zwar sei es in der Tat eine schwere Entscheidung gewesen, ob man die neuen Ermittlungen verheimlichen oder publik machen solle. Aber: „Es zu verschweigen, wäre aus meiner Sicht katastrophal gewesen“, sagte der 56-Jährige.

Julian Assange und WikiLeaks betreiben laut FBI-Chef Comey „Intelligence Porn“. (Bild: AP Photo)

In der Senatsanhörung verteidigte Comey zwar seine Vorgehensweise und die seiner Behörde – für die Informationspolitik von WikiLeaks hat der Geheimdienstchef aber nicht viel übrig. Die Veröffentlichung der Clinton-E-Mails durch WikiLeaks sei seiner Meinung nach „Intelligence Porn“ gewesen und habe vor allem den Russen dazu gedient, die USA zu beschmutzen.

Er sei für eine freie Presse, so Comey, doch es mache einen Unterschied, ob man die Öffentlichkeit informieren will, wie er das getan habe, oder einfach alle möglichen Informationen über Quellen und Methoden – auch geheime – einfach ins Internet stellt. Mit Journalismus und freier Berichterstattung habe WikiLeaks ihm zufolge nichts zu tun.

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