Interview mit Annelie Buntenbach: „Die Vorschläge der AfD sind alles andere als sozial”

Das Mitglied des DGB-Bundesvorstands hat für die Forderungen der AfD wenig übrig.

Annelie Buntenbach ist seit 2006 Mitglied des geschäftsführenden DGB-Bundesvorstands. Im gleichen Jahr wurde die 62-Jährige gemeinsam mit Alexander Gunkel ehrenamtliche Vorsitzende der Deutschen Rentenversicherung Bund. Die gebürtige Solingerin saß zudem von 1994 bis 2002 für die Grünen im Bundestag und ist seit 2013 Verwaltungsratsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit.

Frau Buntenbach, die AfD geriert sich als Stimme des Volkes und als Anwalt der kleinen Leute, sie fordert niedrigere Steuern, gerechtere Renten, weniger Bürokratie und Vollbeschäftigung. Klingt fast wie ein Gewerkschaftsprogramm, oder?

Buntenbach: Das mag so klingen, aber da gilt: Vorsicht an der Bahnsteigkante! Tatsächlich klaubt sich die AfD alle möglichen Forderungen zusammen und formuliert dann Allgemeinplätze ohne Substanz, die für ihre jeweilige Zielgruppe gut klingen. Viele Forderungen passen schlicht nicht zusammen, andere widersprechen sich sogar. Vor allem sind die Vorschläge der AfD gerade nicht, was sie zu sein vorgeben: Sie sind nicht sozial.

Zum Beispiel?

Zum Beispiel die Rentenpolitik: Die AfD tritt für eine abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren Lebensarbeitszeit ein. Das klingt erst einmal nicht schlecht. Die Rente mit 63, für die sich die Gewerkschaften eingesetzt haben, gibt es ja auch nach 45 Beitragsjahren in der Rentenversicherung. Wenn man genauer hinsieht, erkennt man schnell den Riesenhaken am rechten Rentenmodell. Die AfD will nämlich das gesetzliche Renteneintrittsalter ganz abschaffen. Das aber bedeutet für viele Millionen Beschäftigte, dass sie erst mit 70 Jahren oder noch später in Rente gehen können.

Sie übertreiben.

Keineswegs. Selbst wenn man den Begriff der Lebensarbeitszeit großzügig auslegt, also Phasen des Krankengeldbezugs und der Arbeitslosigkeit voll anrechnet sowie die Pflege von Angehörigen und...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung

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